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Malerisch, aber unter der Woche meist ausgestorben: die historische Eppsteiner Altstadt am Fuße der Burg.

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Zweikampf ums Rathaus in Eppstein

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Eppstein wählt: Die FDP-Kandidatin Nadja Gneupel fordert den CDU-Bürgermeister Alexander Simon heraus.

Der Wahlslogan, den sich Bürgermeister Alexander Simon ausgedacht hat, ist simpel und emotional: „Eppstein im Herzen“ steht auf den Plakaten des Christdemokraten, die überall in Eppstein hängen. FDP-Kandidatin Nadja Gneupel kontert mit der Forderung „An Eppstein darf kein Weg vorbeiführen“, will die Digitalisierung des Rathauses voranbringen und den Tagestourismus fördern. So richtig bissig sind weder der Amtsinhaber noch die Herausforderin im Bürgermeisterwahlkampf. Es gibt allerdings auch kein Thema, bei dem die Meinungen der beiden weit auseinanderklaffen.

Natürlich muss Eppstein, das trotz eines seit zwei Jahren ausgeglichenen Haushalts auf 30 Millionen Euro Schulden sitzt, aufs Geld schauen. Klar, dass die Altstadt rund um die mittelalterliche Burgruine eine Belebung gebrauchen könnte. Nachdem mehrere Geschäfte, darunter der Edeka-Laden und das Burgcafé, geschlossen haben, ist dort unter der Woche tagsüber nicht viel los. Während Simon stolz darauf ist, immerhin am Rande der Altstadt einen großen neuen Edeka-Markt als Frequenzbringer angesiedelt zu haben, hofft Gneupel, Hausbesitzer dazu bewegen zu können, Läden preiswert zu vermieten, um so kleine Unternehmen anzulocken.

Auch die Nahversorgung in den Stadtteilen ist Thema im Bürgermeisterwahlkampf. In Ehlhalten und Niederjosbach gibt es überhaupt keine Einkaufsmöglichkeit mehr. In Vockenhausen hat der Rewe-Markt zugemacht, dort müssen jetzt Pläne entwickelt werden, wie nach der Fertigstellung des neuen Feuerwehrdomizils der Platz in der Ortsmitte entwickelt werden soll.

In Eppstein fehlen 70 Kita-Plätze

Und dann sind da noch die Neubaugebiete – das bereits bezogene Gebiet Hollergewann in Niederjosbach und das lange umstrittene Areal am Bienroth, in dem jetzt auch die Bagger rollen. Viele Familien mit Kindern sind zugezogen oder werden noch kommen. Aktuell fehlen 70 Kita-Plätze in der Stadt. Das hat Bürgermeister Alexander Simon und seine Erste Stadträtin und Jugenddezernentin Sabine Bergold (CDU) kalt erwischt.

Nach heftigen Protesten von Eltern wurde wenige Tage vor der Bürgermeisterwahl eine Lösung gefunden: Die Stadt werde eine Container-Kita in Vockenhausen bauen, kündigte Simon bei einer Podiumsdiskussion an, zu der Gewerbeverein, „Eppsteiner Zeitung“ und „Höchster Kreisblatt“ geladen hatten. Der 38-Jährige blickt zurück auf eine sechsjährige Amtszeit, in der unter anderem der umgestaltete Eppsteiner Bahnhof ausgezeichnet, die Stiftung für den Neufville-Turm initiiert wurde und die Stadt sich juristisch gegen die Ultranet-Trasse stemmte.

Simon wird von den Grünen unterstützt, die mit der CDU im Parlament zusammenarbeiten. FDP-Kandidatin Nadja Gneupel hat die SPD auf ihrer Seite, die keinen eigenen Bewerber ins Rennen schickt. Die Freien Wähler verhalten sich im Wahlkampf neutral.

10 331 Bürgerinnen und Bürger sind am Sonntag wahlberechtigt. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl werden ab 18 Uhr im Bürgersaal des Rathauses, Rossertstraße 21, bekanntgegeben, online unter www.eppstein.de.

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