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Stadt will gegen Sperrung protestieren

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Sanierung an L 3011 in Lorsbach stößt im Nachbarort auf viel Unverständnis

Eppstein - Von einer „möglichen Vollsperrung“ spricht der Magistrat, aber dabei schwingt schon eine gehörige Portion Hoffnung mit. Denn alles andere als eine solche Sperrung wäre eine große Überraschung. Und zwar nicht über drei Monate, das wird fast schon als erträglich angesehen. Nein, es geht um ein ganzes Jahr, zuzüglich der Verzögerungen. Die Rede ist von der Landesstraße 3011, konkret vom Abschnitt zwischen Lorsbach und Hofheim. Dort befindet sich direkt neben der Straße ein Mühlgraben, die Mauer zwischen Graben und Straße ist marode. Wegen der engen örtlichen Verhältnisse muss die Straße für die Sanierung ein Jahr lang gesperrt werden - so sind die Planungen der Straßenbehörde Hessen Mobil.

Der Eppsteiner Magistrat hat darüber nun die Ortsbeiräte informiert, was in den Stadtteilen Aufregung ausgelöst hat. Denn viele Eppsteiner sind von der Sperrung betroffen. Vor allem jene, die täglich durch Hofheim in Richtung Arbeitsplatz pendeln. Es gebe auch Gewerbetreibende, die erheblich vom Durchgangsverkehr leben, sagt Vockenhausens Ortsvorsteher Henning Quitzau. Er erinnert zudem an die vielen Eppsteiner Schüler, die in Hofheim zum Unterricht gehen. Wenn die S-Bahnen nicht fahren, müssten sie mit dem Auto gebracht werden - das bedeute dann erhebliche Umwegfahrten. Und das sei aus Gründen des Klimaschutzes ein Problem.

Die gleichen Argumente gelten für Alt-Eppstein. Fatal werden könnte das Jahr ohne Durchgangsverkehr zum Beispiel für die Tankstelle, die sicher einen erheblichen Teil ihres Umsatzes mit auswärtigen Fahrern macht. Dass die offizielle Umleitungsstrecke über Fischbach und Kelkheim führt, hat für Alt-Eppstein und Vockenhausen dagegen wohl kaum Auswirkungen.

Bremthal wird der Umleitungsverkehr schon treffen, fürchtet jedenfalls Ortsvorsteher Guido Ernst. Denn viele, die von der Autobahn in Richtung Hofheim wollen, werden nach seiner Einschätzung eben nicht über Fischbach fahren, sondern über Bremthal und Wildsachsen. Ernst erinnert, dass es noch eine Sperrung der Straße zwischen Niederjosbach und Eppstein gibt, die ebenfalls zu Umleitungsverkehr durch Bremthal führt. Dass diese Baustelle wie geplant im Oktober abgeschlossen wird, daran glaubt er nicht.

Niederjosbachs Ortsvorsteherin Andrea Sehr ist da zwar etwas optimistischer. Aber wie die anderen Ortsvorsteher ist sie der Meinung, dass die Sperrung so nicht hingenommen werden kann. Spätestens bis zur Stadtverordnetenversammlung am 6. Oktober soll klar sein, was unternommen werden kann. Die Rede ist von einem Brief an den Ministerpräsidenten. Die Ortsvorsteher appellieren außerdem, sich einer Online-Petition anzuschließen, die das Aktionsbündnis auf www.openpetition.de initiiert hat.

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