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Nur kurzfristig für den Einbau der Sensoren gesperrt: Die Pendlerparkplätze am Eppsteiner Stadtbahnhof.
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Nur kurzfristig für den Einbau der Sensoren gesperrt: Die Pendlerparkplätze am Eppsteiner Stadtbahnhof.

Eppstein

Sensoren im Boden melden freie Parkplätze

Ein bundesweites Forschungsprojekt zur Auslastung von Park & Ride-Anlagen geht im Rhein-Main-Gebiet an den Start. Praxispartner sind die Städte Eppstein und Mainz.

Vor drei Jahren wurde der Eppsteiner Stadtbahnhof zum Bahnhof des Jahres gewählt. Jetzt könnte der S-Bahn-Halt im Taunus erneut für Schlagzeilen sorgen. Denn die Stadt nimmt am bundesweiten Pilotprojekt „P + R- Aktuell“ teil. Dessen Ziel ist es, Autofahrerinnen und Autofahrer, die auf den Zug umsteigen wollen, online über die Auslastung der Parkplätze an den Bahnhöfen zu informieren. Neben der 14 000-Einwohnerstadt Eppstein beteiligt sich auch die Großstadt Mainz an dem Forschungsprojekt.

Start ist an den beiden kommenden Wochenenden. 400 Magnetsensoren werden dann auf der P & R-Anlage am Eppsteiner Stadtbahnhof sowie auf den Pendlerparkplätzen an den Haltestellen der S-Bahn-Linie 2 in Niederjosbach und Bremthal auf den Boden geklebt. Die Parkplätze müssen dafür teilweise gesperrt werden. Die Sensoren erfassen, ob ein Stellplatz frei oder belegt ist. Über Funk gelangen die Informationen zu solarbetriebenen Datenschnittstellen. Von dort werden sie an eine zentrale Datenplattform weitergeleitet.

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz könne unter Zuhilfenahme von Fahrzeugbewegungsdaten die aktuelle Belegung der Pendlerparkplätze errechnet und eine Prognose für die nächsten Stunden gegeben werden, erläuterte Sebastian Herter von der Gesellschaft Smart City System, die bereits Park + Ride-Anlagen mit der Technik ausgestattet hat. Über die App „City Pilot“ seien die Informationen in der Pilotphase für Autofahrer und Autofahrerinnen abrufbar, berichtete er bei einem Pressegespräch.

Das Projekt

P + R-Aktuell ist ein Pilotprojekt zur dynamischen Ermittlung der Auslastung von Park + Ride-Anlagen.

Es wird gefördert mit rund 180 000 Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Projektpartner sind die Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt/Rhein-Main (ivm), die Frankfurt University of Applied Sciences und die Firma Smart City System. Koordinator ist die Gesellschaft Urban Mobility Innovations.

Als Praxispartner beteiligen sich die Städte Eppstein und Mainz an dem Projekt. aro

Als Partner federführend bei dem Projekt dabei ist die Gesellschaft für Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt/Rhein-Main (ivm). Gesellschafter sind Landkreise, kreisfreie Städte und Sonderstatusstädte sowie die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). „Unser Ziel ist es, die Mobilität in der Region nachhaltig zu entwickeln“, erläuterte Geschäftsführerin Heike Mühlhans. Es gebe einen Maßnahmenplan P + R von Verkehrsverbund und ivm. Auch der Masterplan Mobilität des Regionalverbandes sehe die Förderung der Park + Ride-Anlagen als zentrale Maßnahme für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung und zur Reduktion der Stickoxide gemäß Luftreinhalteplan vor. Prognosen zur aktuellen Belegung der mehr als 30 000 Pendlerparkplätze im Rhein-Main-Gebiet seien bislang kaum verfügbar. Empfehlungen zur Nutzung einer konkreten Anlage im Sinne einer Routenempfehlung könnten deshalb nicht gegeben werden, sagte Heike Mühlhans.

Das Projekt P + R-Aktuell soll hier den Umschwung einleiten. „Die ivm möchte den Kommunen ein effizientes Instrumentarium an die Hand geben, um im größeren Maßstab Belegungsinformationen zu Park + Ride-Anlagen bereitstellen zu können“, erklärte Mühlhans. Die in Eppstein und Mainz gewonnenen Erkenntnisse sollten künftig auch anderen Städten und Gemeinden helfen.

„Wir freuen uns, dass Eppstein für das Pilotvorhaben ausgewählt wurde“, sagte Bürgermeister Alexander Simon (CDU). Weil die Eppsteiner S-Bahn-Stationen in Richtung Frankfurt unmittelbar an der Tarifgrenze liegen, würden die Parkplätze auch von Berufstätigen aus Niedernhausen, Kelkheim oder Wiesbaden gerne genutzt. Sollte sich im Zuge der Pilotphase herausstellen, dass mehr Park & Ride-Plätze in der Stadt gebraucht würden, hoffe er auf Fördermittel, sagte Simon.

Die 13 mal 24 Zentimeter großen Sensorplatten mit gelbem Rand, die bald auf dem Boden der Eppsteiner Pendler-Parkplätze kleben werden, dienten keinesfalls der Parkraumüberwachung, betonte der Rathauschef. Es würden auch keine Fahrzeugdaten oder Kennzeichen erfasst. Der Datenschutz sei in jedem Fall gewährleistet.

Wissenschaftlich begleitet wird das Forschungsvorhaben P + R-Aktuell von der Frankfurt University of Applied Sciences. Der Probebetrieb der neuen Sensortechnik solle bis Ende November 2021 laufen, kündigte Petra Schäfer an, die an dem Projekt seitens der Hochschule mitarbeitet. Im Frühsommer, wenn die Pendlerparkplätze nach dem coronabedingten Lockdown wieder im üblichen Umfang genutzt werden, sei eine Befragung der Autofahrer:innen geplant, die ihre Fahrzeuge dort abstellen.

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