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Neue Kanal- und Wasserleitungen werden in der Gimbacher Straße verlegt.
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Neue Kanal- und Wasserleitungen werden in der Gimbacher Straße verlegt.

Eppstein

Nur zu Fuß zum Kaisertempel

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Die Gimbacher Straße wird im unteren Abschnitt von Grund auf saniert. Voraussichtlich bis Mitte April ist die Zufahrt zum Kaisertempel auf dem Staufen deshalb für den Autoverkehr gesperrt.

Der Ausblick vom Kaisertempel hoch über Eppstein ist beeindruckend. Man sieht nicht nur nach Westen und Nordwesten über die mittelalterliche Burg, die Stadtanlage und zum Taunushauptkamm, sondern auch ins Lorsbachtal und über den Judenkopf hinweg Richtung Langenhain und Wiesbaden.

Wer die imposante Fernsicht genießen will, muss sich zurzeit allerdings zu Fuß auf den Weg machen. Denn die Gimbacher Straße, die vom Tal aus in engen Serpentinen zum Kaisertempel hochführt, ist im unteren Abschnitt auf einer Länge von knapp 200 Metern für den Verkehr gesperrt. Die Fahrbahn müsse von Grund auf erneuert werden, berichtete Bürgermeister Alexander Simon (CDU) bei einem Pressetermin. Das alte Kopfsteinpflaster werde einer Asphaltdecke weichen. Gleichzeitig würden Kanal- und Wasserrohre neu verlegt sowie Kabel für Strom und Telekommunikation. Auch Leerrohre für Glasfaseranschlüsse legen die Arbeiter ins Erdreich.

Gut eineinhalb Meter tief sind die Schächte, die abschnittsweise vor den Häusern gegraben werden. Schwere Baumaschinen stehen in der schmalen Straße. Weil viele der Gebäude entlang der Gimbacher Straße um 1900 errichtet wurden, werden die Erschütterungen, die bei Erdverdichtungsarbeiten entstehen, sorgfältig gemessen. „Wir wollen sichergehen, dass an den Wohnhäusern kein Schaden entsteht“, erläuterte Alexander Simon. Bisher hätten die mehr als 100 Jahre alten Gebäude die Bauarbeiten gut überstanden.

Die Gimbacher Straße wurde zur Eröffnung des Kaisertempels im Jahr 1894 fertig. Bauherr und Geldgeber des klassizistischen Baus auf einem Felsvorsprung am Westabhang des Staufen war der Verschönerungsverein Eppstein, der 3300 Goldmark dafür lockermachte. In strahlendem Weiß ist der Kaisertempel weithin sichtbar. Reliefbildnisse der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich III. zieren den luftigen Innenraum. Als Siegesdenkmal sollte der Tempel an den deutsch-französischen Krieg von 1870 bis 1871 und die anschließende Gründung des Deutschen Kaiserreichs erinnern.

Heute ist er wegen des fulminanten Fernblicks ein beliebtes Ausflugsziel im Taunus. Mehrere Wanderrouten führen zum Eppsteiner Kaisertempel. In dem ehemaligen Hotelgebäude etwas oberhalb ist ein Restaurant untergebracht, das seit Mitte Dezember wegen der Corona-Pandemie geschlossen ist. Sollte der Lockdown aufgehoben oder gelockert werden und der Betrieb nach Ostern wieder beginnen, können die Gäste wieder mit dem Auto kommen. „Wir haben die Bauarbeiten so angesetzt, dass die Straße Mitte April frei ist“, kündigte Simon an.

Rund 700 000 Euro gibt die Stadt für die Erneuerung der Gimbacher Straße im ersten Bauabschnitt aus. Im kommenden Winter soll oberhalb des Fischbacher Wegs weitergearbeitet werden. Dann können einige Wochen lang Autos erneut nicht bis zum Parkplatz am Kaisertempel fahren. Für Anwohnerinnen und Anwohner gib es dann wieder eine Umleitung, die von Kelkheim-Fischbach aus durch den Wald führt. Der Weg sei unbefestigt und werde nicht geräumt, warnte Alexander Simon. Ortsfremde sollten die Strecke nicht mit dem Auto befahren.

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