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Vom Kulturkreis organisiert: Sieglinde Gros aus Michelstadt beim Holzbildhausersymposium 2018

Eppstein

Kulturkreis sucht junge Aktive

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Fast 40 Jahre nach seiner Gründung steht der Verein vor einem Generationswechsel.

Die Problematik dürfte vielen Vereinen bestens bekannt sein: Der Kulturkreis Eppstein hat zwar rund 600 Mitglieder. Darunter sind auch eine Menge Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern. Die, die sich engagieren, Jahr für Jahr das umfangreiche Veranstaltungsprogramm auf die Beine stellen und die Kurse am Laufen halten, sind längst im Rentenalter. Die meisten von ihnen sind sogar 70 oder älter.

„Wir wollen und können so auf Dauer nicht weitermachen“, sagt Kulturkreis-Vorsitzender Horst Winterer. Mehrere Mitglieder aus dem geschäftsführenden Vorstand sowie der eine oder andere Fachbereichsleiter hätten angekündigt, dass sie sich demnächst aus de aktiven Vereinsarbeit zurückziehen. Für Winterer ein logischer Schritt. „Schließlich wollen wir als Senioren nicht ein Programm für Senioren machen.“

Ehe dem Kulturkreis aber die Luft ausgeht und Programmpunkte am Ende ganz wegfallen müssen, geht der Vorstand jetzt in die Offensive. Für Ende April laden Horst Winterer und seine Kollegen zu einem Info-Abend ein, bei dem sich Jüngere über die Arbeit des Kulturkreises informieren können. Auf diese Weise hoffe man, Verstärkung zu finden für die Teams aus den Bereichen Musik, Literatur, Kindertheater, für Kurse, Vorträge und Führungen, erläuterte Winterer gestern vor Journalisten. Hilfe werde auch bei digitalen Medien und in der Veranstaltungstechnik gebraucht. „Wir freuen uns über alle neuen Ideen“, sagt Horst Winterer. Junge Leute könnten sich dabei auch ausprobieren. „Als Vorstandsmitglieder stehen wir mit Rat und Tat zur Seite und helfen auch bei Finanzierungsfragen.“

Die Aktion, mit der der Generationswechsel im Kulturkreis eingeläutet werden soll, erinnert an die Gründung des Vereins vor fast 40 Jahren. Bürgermeiser Richard Hofmann (CDU) hatte damals die Bürger aufgerufen, das Kulturprogramm ihrer Stadt selbst mitzugestalten. „Dieses Ziel verfolgen wir weiterhin“, sagt Erste Stadträtin Sabine Bergold (CDU) und verspricht, dass sich auch die beiden neuen Mitarbeiter der städtischen Jugendarbeit mit dem Thema befassen werden.

Die Möglichkeiten, sich im Kulturkreis zu engagieren, sind vielfältig. 30 Kurse werden pro Jahr zu den unterschiedlichsten Themen angeboten: Von der Fotogruppe über eine englische Konversationsrunde bis zum Töpferarbeitskreis oder dem mittelalterlichen Chor Madrigale spannt sich der Bogen. Dazu gibt es mehrmals pro Jahr Kindertheateraufführungen, Konzert- und Kulturreisen, Lesungen und Jazzabende. Alle drei Jahre wird kreisweit ein Künstlerwettbewerb vom Kulturkreis ausgeschrieben, der Verein organisiert die Saxdays mit Workshops und Konzerten für Saxofonspieler sowie das Holzbildhauersymposium „Zeitzeuge Holz“ in Niederjosbach, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Der Info-Abend am 24. April beginnt um 19 Uhr in der „Wunderbar“ im Stadtbahnhof Eppstein.

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