Die Eppsteiner Burgfestspiele 2020 sind abgesagt.
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Die Eppsteiner Burgfestspiele 2020 sind abgesagt.

Eppstein

Eppsteiner Burgschauspieler drehen Kurzfilme

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Eppsteiner Burgschauspieler haben eine Alternative gefunden, um die auftrittsfreie Zeit während der Corona-Pandemie zu überbrücken und drei Kurzfilme gedreht. Zwei weitere Streifen sind in Planung.

Seit Januar hatten die Eppsteiner Burgschauspieler geprobt. Die Kriminalkomödie „Arsen und Spitzenhäubchen“ wollten sie beim Burgsommer aufführen. „Dann kam Mitte März der Lockdown, und wir mussten alle Proben absagen“, erzählt Vereinsvorsitzende Juliane Rödl. Das Ensemble machte erst mal online weiter. Über Videokonferenzen schalteten sich die 14 Akteure zusammen und tüftelten an Details.

„Wir waren eines der ersten Amateurensembles in Deutschland, die auf diese Weise gearbeitet haben“, sagt Rödl. Ausschnitte der Proben wurden im Fernsehen gezeigt und im Internet gepostet. „Die Leute waren begeistert.“ Mitte Mai hatten sie das Stück im Griff. Kurz darauf stand fest: Die Burgfestspiele 2020 werden komplett abgesagt. „Arsen und Spitzenhäubchen“ wird erst 2021 aufgeführt. „Die Enttäuschung war riesig“, erinnert sich Juliane Rödl.

Doch auch finanzielle Sorgen plagten die Burgschauspieler. Tausende Euro fehlten in der Kasse, die die Truppe mit den Aufführungen und einem Sektstand auf der Burg verdient hätte. „Da bleibt uns nur, eine Bank zu überfallen“, scherzte die Vorsitzende.

Kurz darauf war eine Idee geboren, die exakt ins Konzept des von der Stadt Eppstein propagierten „alternativen Kultursommers“ passt: Witzige Kurzfilme wollte das Ensemble drehen – um sich selbst in Szene zu setzen, aber auch, um den Kontakt zu ihrem Publikum nicht zu verlieren. Der erste Streifen war schnell im Kasten. Und darin geht es tatsächlich um einen Überfall auf die Filiale der Nassauischen Sparkasse in Alt-Eppstein. Deren Mitarbeiter agierten als Statisten, der Filialleiter bekam eine Hauptrolle. Das Drehbuch schrieb Benjamin Peschke, die Ideen für die amüsante Story, bei der die Bankräuber am Ende leer ausgehen, lieferte Juliane Rödl. Hinter der Kamera standen die Profis der Wiesbadener Werbefilmfirma KaZaWa-Medien.

„Wir hatten so viel Spaß bei den Dreharbeiten, dass wir innerhalb kürzester Zeit zwei weitere Kurzfilme gedreht haben“, erzählt Rödl. Eine romantische Liebesgeschichte spielt unter anderem in den Redaktionsräumen der Eppsteiner Zeitung und in der Event-Location Percuma von Markus Rösmann in Bremthal. Eine Adaption von „Der Bürger als Edelmann“ hat den klassizistischen Kaisertempel als Kulisse. Protagonisten sind unter anderen der Chefkellner des Ristorante Kaisertempel sowie Lukas Glöckner von der Firma Baudekoration Glöckner.

Das gesamte Ensemble der Eppsteiner Burgschauspieler sei in das Kurzfilmprojekt involviert gewesen, sagt Rödl. Wer keine Rolle hatte, kümmerte sich ums Catering oder die Organisation. Viele Eppsteiner waren Zaungäste bei den Dreharbeiten, einige agierten als Statisten. „Wir haben auf diese Weise sogar ein paar neue Mitglieder gewonnen“, freut sich die Vereinsvorsitzende.

Wenn die Filme fertig geschnitten sind, werden sie mitsamt Teaser auf Youtube, Facebook, Instagram und diversen Homepages gezeigt und womöglich auch beim Open-Air-Kinosommer auf der Eppsteiner Burg am 24. und 25. August im Vorprogramm laufen.

Zwei weitere Kurzfilme haben die Burgschauspieler bereits in Planung: eine Vampir-Story, die am Neufvilleturm spielt, und eine Mafia-Geschichte in der Eppsteiner Musikschule. Mit Sponsoren für die jeweils rund 2500 Euro teuren Streifen ist Juliane Rödl im Gespräch.

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