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Eppstein: Sparkassenakademie wird verkauft

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Von: Andrea Rost

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Der Sparkassenverband Hessen-Thüringen hat Ende 2021 seine Sparkassenakademie in Eppstein aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.
Der Sparkassenverband Hessen-Thüringen hat Ende 2021 seine Sparkassenakademie in Eppstein aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. © ROLF OESER

Investoren würden auf dem Gelände der Sparkassenakademie in Eppstein-Vockenhausen gerne Wohnungen bauen. Doch die Stadt zögert bei der Planänderung.

Das große rote Schild mit der Aufschrift „Sparkassenakademie Hessen-Thüringen“ steht noch an der Einfahrt, doch das weitläufige Areal mit dem Gebäudekomplex aus den 1970er Jahren ist menschenleer. Der Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen hat sein Eppsteiner Bildungszentrum Ende 2021 geschlossen. Der Betrieb der Akademie sei schon längere Zeit defizitär gewesen, sagte Verbandssprecher Matthias Haupt der Frankfurter Rundschau. Vor dem Hintergrund der stark steigenden Zahl digitaler Veranstaltungen während der Corona-Pandemie habe sich dieser Trend noch verstärkt. Dazu komme ein hoher Sanierungsbedarf für die mehr als 40 Jahre alten Gebäude. „Wir hätten Millionen investieren müssen, um sie auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen.“

Schulungen der Sparkassenmitarbeiter:innen würden jetzt in Erfurt und Frankfurt durchgeführt, berichtete Haupt. Von der Eppsteiner Immobilie mit Akademiehotel, Seminarräumen und Gastronomie wolle sich der Verband trennen. Man sei mit Investoren im Gespräch, verkauft sei die Sparkassenakademie bislang aber nicht.

Akademie

Im Jahr 1979 wurde die Sparkassenakademie an der Eberlestraße in Eppstein-Vockenhausen errichtet. Ende 2021 wurde der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Als Bildungsstätte des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen verfügt die Akademie über ein Tagungshotel mit 170 Zimmern, Seminarräume, Freizeit- und Fitnesseinrichtungen sowie Räume für Gastronomie.

Das Grundstück ist 50 000 Quadratmeter groß und im Flächennutzungsplan als „Sondergebiet für ein Ausbildungszentrum des Sparkassenverbandes“ ausgewiesen. Wohnbebauung ist dort ohne eine Planänderung nicht möglich. aro

Das mag auch daran liegen, dass das Grundstück im Flächennutzungsplan bislang als Sondergebiet für Bildung ausgewiesen ist, potenzielle Investoren aber vermutlich lieber Wohnungen an der exponierten Stelle mit Blick über die Stadt und den Taunus bauen würden. Auch im Rathaus seien viele Interessenten vorstellig geworden, sagte Bürgermeister Alexander Simon (CDU) der FR. Die Eppsteiner Kommunalpolitiker:innen hätten über eine Planänderung aber noch nicht beraten. Ein solches Verfahren, in das auch der Regionalverband involviert wäre, würde mehrere Jahre dauern. „Wir wollen nichts übers Knie brechen und in Ruhe eine Entscheidung treffen.“ Dass das gesamte Areal künftig für Wohnbauzwecke genutzt werden könnte, schließe er aus, betonte Simon.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Stadt Eppstein den Vorschlag gemacht, auf dem Gelände der Sparkassenakademie eine Oberstufe für die in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Freiherr-vom Stein-Schule einzurichten. Beim Main-Taunus-Kreis sah man die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt. Es fehlten die erforderlichen Schülerzahlen, teilte Landrat Michael Cyriax (CDU) mit. Er ist Vorsitzender im Verwaltungsrat der Taunussparkasse und gehört damit auch dem Sparkassenverband Hessen-Thüringen an, der das Akademie-Grundstück besitzt.

Aktuell wird darüber diskutiert, ob in dem ehemaligen Tagungshotel Flüchtlinge untergebracht werden können. Man sei mit dem Sparkassenverband im Gespräch, es fehlten aber noch viele Fakten, um eine Entscheidung treffen können, sagte Kreissprecher Johannes Latsch der FR. Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon sieht „Konfliktpotenzial“, wenn weit weg von Einkaufsmöglichkeiten und ohne vernünftigen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr Geflüchtete auf dem Akademiegelände untergebracht würden. Die Stadt habe andere Möglichkeiten der Unterbringung aufgezeigt. „Wir kommen unserer Verpflichtung nach“, betonte der Verwaltungschef.

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