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Bildhauer Reinhard Osiander arbeitet an seiner Skulptur „Georg“ aus Eiche und verschiedenen anderen Hölzern.
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Bildhauer Reinhard Osiander arbeitet an seiner Skulptur „Georg“ aus Eiche und verschiedenen anderen Hölzern.

Eppstein

Eppstein: Beim Bildhauersymposium werden gefällte Bäume zu Kunstwerken

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Acht Künstlerinnen und Künstler arbeiten noch bis zum 19. September auf dem Holzlagerplatz an der Bezirksstraße zwischen Eppstein und Niederjosbach. Danach kauft der Kunstkreis Eppstein eine Skulptur für die Stadt an.

Lange Zeit ist die mächtige Zeder in einem Privatgarten gestanden. Im März dieses Jahres wurde sie gefällt. Der Sturm hatte Äste abgebrochen, es gab Bedenken wegen der Sicherheit. „Mich hat die Geschichte des Baumes gefangen genommen“, sagt Christel Steier. Schnell sei für sie klar gewesen: „Mit diesem Stamm möchte ich arbeiten.“

Die 63 Jahre alte Bildhauerin lebt im Schwarzwald. Sie ist eine von acht Künstlerinnen und Künstlern, die seit dem vergangenen Wochenende am Bildhauersymposium „Zeitzeuge Holz“ teilnehmen. Der Kulturkreis Eppstein richtet es bereits zum achten Mal auf dem Holzlagerplatz der Firma MB Baumdienste in Niederjosbach aus. Christel Steier arbeitet zum ersten Mal mit Zedernholz. Mit einer Kettensäge geht sie zu Werke, das Holz sei noch recht feucht und lasse sich deshalb gut bearbeiten, sagt sie. „Da ist noch viel Lebenskraft drin.“ Sie liebt den Duft, den der Stamm verströmt. Er erinnere an Zitrone, Dill und Pfirsich, sagt sie.

Mensch und Natur im Dialog soll die Skulptur ausdrücken, an der Christel Steier arbeitet. Die in die Höhe ragenden Holzteile, die von dem 80 Zentimeter dicken Stamm noch stehen, sind ineinander verschlungen. Der Schnitt der Kettensäge überwindet durch Material und Technik vorgegebenen Grenzen.

Ein paar Meter weiter arbeitet Reinhard Osiander an einem ganz anderen Kunstwerk. Aus zwei Eichenstämmen habe er sich eine Platte zusammengebaut, erzählt er. Den heiligen Georg auf seinem Pferd hat er bereits grob als Relief herausgeschnitzt und die Figur teilweise bemalt. Der Drache am Boden und die Landschaft entstehen aus Ästen und Astteilen, die er auf dem Holzlagerplatz gefunden hat und für die er passgenaue Formen ins Holz sägt. Aufwändig sei diese Art des Arbeitens, sagt der 54-Jährige, der in Bremen und Füssen lebt. „Eigentlich wollte ich schon viel weiter sein.“

Bis zum kommenden Sonntag haben Reinhard Osiander und die anderen Künstler:innen noch Zeit, ihre Holzskulpturen zu vollenden. Für Unterkunft und Verpflegung während des Symposiums sorgt der Kulturkreis. Sponsorengelder würden dafür verwendet, sagt Horst Winterer. Essen werde tagsüber auch von vielen Eppsteinerinnen und Eppsteiner vorbeigebracht.

Jeweils von neun bis 18 Uhr dröhnen in den nächsten Tagen die Kettensägen im Freiluftatelier an der Bezirksstraße. Besucherinnen und Besucher sind jederzeit willkommen. Für den heutigen Donnerstag, 16 Uhr, ist eine Führung mit dem Wiesbadener Kunstexperten Bernhard Stichlmair angekündigt.

Das Symposium endet am Sonntag, 19. September. Die Finissage beginnt um 11.30 Uhr. Dann entscheidet sich auch, welches Kunstwerk der Kulturkreis Eppstein in diesem Jahr ankauft, um es am Skulpturenweg in Bremthal aufzustellen.

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