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Ein Feuer kann sich in alle Richtungen ausbreiten

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Eppstein Was das Löschen von Waldbränden außerdem noch schwierig macht

In Königstein und in Hofheim hat der Wald schon gebrannt, auch an anderen Orten im Taunus. Die Ursachen bleiben oft unklar, gelegentlich ist sogar von Brandstiftung die Rede. In Eppstein hat es in diesem Jahr bisher erst zwei Feuer im Wald gegeben. Ein Fahrzeugbrand in Zusammenhang mit einem Suizid in Bremthal hatte auf den Wald übergegriffen. D azu musste die Feuerwehr noch einmal ausrücken, um eine Nachkontrolle bei einem kleinen Feuer vorzunehmen. Dort hatten Kinder gezündelt und wurden erwischt. "Eine Dummheit", sagt Stadtbrandinspektor Mario Mezga. Der Fall zeigt aber, wie schnell es gehen kann.

"Wir sind bisher verschont geblieben", so Mezga. Ein wenig Glück sei natürlich dabei. Keiner kann ausschließen, dass auch im Eppsteiner Wald leichtfertig mit Zigarettenkippen hantiert wird, dass irgendwo durch eine Glasscherbe ein Brand ausgelöst wird. Da heißt es für die Feuerwehr, gut vorbereitet zu sein.

D abei geht es vor allem um die Ausrüstung. Mezga nennt als erstes einen Behälter, den die Feuerwehr an beliebiger Stelle aufbauen kann und der einem Gartenpool ähnelt. Er kann 15 000 Liter Wasser aufnehmen. Die meisten Feuerwehrwagen fassen 1600 Liter, ein Tanklöschfahrzeug 2500 Liter. Befüllt wird der Behälter entweder durch Schlauchleitungen aus einem Gewässer oder durch im Pendelbetrieb fahrende Tanklöschfahrzeuge - oder durch beides. Der Behälter versorgt dann sehr kontinuierlich die zum Löschen eingesetzten Spritzen.

M it diesem System stellt sich die Feuerwehr auf eine der Besonderheiten von Waldbränden ein: Dass es oft keine Hydranten in der Nähe gibt, die ausreichend Löschwasser hergeben. Dieses muss womöglich über weitere Strecken herangeschafft werden. Die Mitglieder der Stadtteilwehren wissen genau, wo Wasser zu bekommen ist, versichert Mezga. Speziell auf die Verhältnisse im Wald sind die weiteren Ausrüstungsgegenstände zugeschnitten, die der Stadtbrandinspektor nennt. Es gibt Schläuche, die dünner sind als die sonst üblichen, weil man damit in schwierigem Gelände leichter hantieren kann. Es gibt Feuerpatschen, mit dem man arbeiten kann, wenn vertrocknete Grasflächen in Brand geraten sind. Und es gibt Multifunktionshacken, mit denen man auch Glutnester im Boden freilegen kann. Dass sich Feuer im Untergrund, im Wurzelwerk von Bäumen und Sträuchern lange halten kann, gehört zu den Besonderheiten von Waldbränden. Und bei kaum einem Gebäudebrand besteht, anders als im Wald, die Gefahr, dass ich ein Feuer in alle Richtungen ausbreiten kann.

D ementsprechend müsse der Einsatz gegen Waldbrände gesondert geübt werden. Dafür seien die Stadtteilwehren zuständig, sagt Mezga. Er geht davon aus, dass die Aktiven in den Orten im Sommer sich darauf vorbereiten, mit solchen Fällen umzugehen - der brennende Weihnachtsbaum dagegen sei ein Übungsthema eher im Dezember. bt

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