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Hochheim

Engagement Ausgrenzung

"Bei Hausbesuchen und persönlichen Gesprächen werden wir auf Hochheimer aufmerksam, die sich in finanziellen Notlagen befinden", sagt Rita Kranz. Sie ist im Sozialamt für die Seniorenarbeit zuständig.

Von Claudia Horkheimer

Wenn einem die Waschmaschine abraucht, kauft man sich eine neue. Wenn man erkältet ist, holt man sich Hustensaft in der Apotheke und wenn die Augen schwach werden, bekommt man beim Optiker eine Brille. Sicher gilt das noch für die Mehrheit der Bundesbürger als Selbstverständlichkeit.

Aber für immer mehr Menschen in Deutschland sind diese Dinge eben nicht mehr selbstverständlich. "Bei Hausbesuchen und persönlichen Gesprächen sind wir auf Hochheimer Bürger aufmerksam geworden, die sich in massiven finanziellen Notlagen befinden", sagt Rita Kranz. Sie ist im Sozialamt für die Seniorenarbeit zuständig. Weil sie merkte, dass die staatliche Hilfe in vielen Fällen einfach nicht mehr ausreicht, rief sie 2006 den Runden Tisch für Senioren ins Leben. Ziel war die Vernetzung der verschiedenen Akteure in der Seniorenarbeit. "Dadurch werden vorhandene Potenziale und Ressourcen genutzt, ergänzt und transparent gemacht", sagt Kranz.

Mehr als 200 mal geholfen

Beispiele sind die Nachbarschaftshilfe, die bereits mehr als 200 mal ehrenamtliche Hilfe geleistet hat, die Schuldnerberatung, die im vergangenen Jahr 40 Menschen beriet und die Tafel, die aktuell 45 Haushalte mit insgesamt 87 Personen versorgt.

Im vergangenen Jahr rief die städtische Seniorenarbeit den Sozialfonds für Hochheim ins Leben. Er wird von der im Ort ansässigen Petra Lustenberger Stiftung verwaltet. Die Ehrenamtlichen der auch im Ausland tätigen Stiftung versorgen Bedürftige in Hochheim mit Sachspenden wie Essenspakete oder fahren Frischobstspenden von Supermärkten in die Seniorenwohnanlage in der Schwedenstraße. "Wir sind darauf angewiesen, dass Hochheimer Bürger aktiv werden", sagt Bürgermeisterin Angelika Munck (FWG). Derzeit könnten Missstände noch über ehrenamtliches Engagement aufgefangen werden

Petra Lustenberger, Geschäftsführerin der Stiftung, hat aber nicht nur die finanziellen Probleme im Blick: "Es geht nicht nur ums Geld. Armut bedeutet für ältere Menschen in erster Linie ausgegrenzt zu werden". Dies sei eine Abwärtsspirale, die man durchbrechen müsse. Deshalb organisieren Seniorenhilfe und Stiftung regelmäßig Veranstaltungen wie gemeinsames Kochen, Frühstück oder Tagesausflüge. Für Januar ist ein weiteres Projekt geplant. Dann soll in der Seniorenwohnanlage ein Secondhand-Shop eröffnet werden. Der wird mit Helfern der Nachbarschaftshilfe und dem Sozialfonds auf die Bein gestellt.

Laut Bürgermeisterin Munck schämen sich auch viele Menschen Hilfe in Anspruch zu nehmen oder wissen gar nicht, dass ihnen Unterstützung zustehe. Auch hier springen Kranz und ihr Team vom Sozialamt ein. Sie prüfen, ob eine Bedürftigkeit vorliegt und helfen den Leuten auch beim Stellen eines Antrags.

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