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Ausstellung auf Phrix-Gelände

Energiereiche Visionäre

Ein Hattersheimer Künstler experimentiert mit Strom, Drähten und Glasröhren.

Von BARBARA HELFRICH

Es blitzt und qualmt in Kai Wolfs Werkstatt. Der Hattersheimer Künstler experimentiert mit Strom, Drähten und Glasröhren. "Energie" steht auch im Mittelpunkt der Tage der Industriekultur Rhein-Main vom 29. Juli bis 3. August. Die Okrifteler Phrix-Künstlergemeinschaft beteiligt sich mit einer Ausstellung. Kai Wolf bereitet dafür Installationen mit grellen Elektro-Blitzen vor. Außerdem zeigt er Holz-Skulpturen mit Metall-Kugeln, die von Magneten in der Schwebe gehalten werden.

Ein weiteres Thema der Phrix-Ausstellung sind zwei Hattersheimer Erfinder und Visionäre: Anton Flettner und Winfried Schäfer. Erfolgreicher Millionär der eine, mit seinen Ideen gescheitert der andere. Flettner, 1885 in Eddersheim geboren, machte sich in der NS-Zeit als Luftfahrt-Konstrukteur einen Namen, nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er die Helikopterforschung der US-Armee. Eine Londoner Firma stellt noch heute "Flettner-Lüfter" her. Der Phrix-Künstler Clemens Heidolf steuert zur Ausstellung ein kritisches Porträt Flettners bei - Hakenkreuz inklusive .

Einen "Gratwanderer zwischen Wahnsinn und Genie" nannte Hattersheims Alt-Bürgermeister Alfred Schubert einmal Winfried Schäfer, der das Phrix-Gelände Anfang der 1970er Jahre gekauft hatte. In der leerstehenden Zellulose-Fabrik wollte er Kohle und Öl aus alten Autoreifen zurückgewinnen.

Ein entsprechendes Recycling-Verfahren hatte er sich patentieren lassen, doch umsetzen konnte er es nicht. "Eine gute ökologische Idee" sei an Konflikten mit den Behörden gescheitert, sagt Kai Wolf.

Die Künstlerin Corinna Zürcher steuert zur Ausstellung in der kommenden Woche ein Porträt von Winfried Schäfer bei. Darauf verteidigt er mit einer Flinte Berge alter Autoreifen. Rund 600 000 hatte er auf dem Phrix-Gelände gesammelt, zwei Jahre nach seinem Tod im Jahr 1994 wurden die Reifen unrecycelt wieder abgefahren.

Die Künstlergemeinschaft Phrix hat ihre Ateliers vor zwölf Jahren von Winfried Schäfers Sohn Daniel gemietet. Maler, Bildhauer und Fotografen haben in der alten Fabrik ihre Räume, dazu kommt noch ein Dudelsack-Bauer. Bei den Tagen der Industriekultur werden Werke von elf Künstlern, darunter Graffiti von Helge "Bomber" Steinmann, Holzskulpturen von Kai Veit und eine Lichtinstallation von Martin Böttcher zu sehen sein.

An Kinder wendet sich die Künstlergemeinschaft mit der Aktion "Anton Flettner Junior". Dabei vermitteln sie dem Nachwuchs den Umgang mit Lötkolben und Dekupiersäge und erklären am Windmühlenmodell die Erzeugung und Umwandlung von elektrischem Strom.

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