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Am Ende des Lebens

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Von: Andrea Rost

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Flörsheim Hospiz wird am Freitag eröffnet / Verein kooperiert mit Kliniken und Ärzten

Es war kein einfacher Weg. 668 Pflastersteine im Boden vor dem Hospiz in der Dalbergstraße, mit den eingravierten Namen ihrer Spender, künden davon, dass viele Menschen mitangepackt haben, um das 2,4 Millionen Euro-Projekt finanziell auf die Beine zu stellen. Größter Sponsor ist die ARD-Fernsehlotterie, die 500000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Mitgeholfen haben auch diverse Stiftungen, darunter die Kurt Graulich Stiftung, die Bürgerstiftung Flörsheim und die Wunder Stiftung.

Am kommenden Freitag wird das Hospiz des Flörsheimer Hospizvereins „Lebensbrücke“ eröffnet, eine Woche später sollen die ersten Gäste einziehen. Anfragen gab es schon viele, noch im Oktober werden alle zwölf Betten des Hospizes belegt sein, vermutet Vereinsvorsitzende Christa Hofmann. Im Hospiz aufgenommen werden Menschen, die an einer nicht heilbaren und fortgeschrittenen Krankheit leiden. Tage, Wochen, mitunter auch Monate könne der Aufenthalt dauern, sagt Hofmann. Am Ende stehe fast immer der Tod.

Die Hospizgäste werden von einem fachkundigen und engagierten Team umsorgt. 22 Pflegekräfte hat der Hospizverein verpflichtet, dazu Verwaltungsmitarbeiter, Hauswirtschaftspersonal und einen Koch. Auch einen Therapiehund gibt es.

Um die Schwerkranken und ihre Angehörigen werden sich erfahrene ehrenamtliche Hospizhelfer kümmern, die der Verein in den vergangenen Jahren selbst ausgebildet hat. Kooperationspartner sind die Palliative Care Teams der Main-Taunus-Kliniken und des Landkreises Groß-Gerau, das Rüsselsheimer Gesundheits- und Pflegezentrum, das Klinikum Frankfurt, die Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken und das katholische Klinikum Mainz. Auch mit niedergelassenen Ärzten wird das Flörsheimer Hospiz zusammenarbeiten.

Die zwölf Zimmer sind mit viel Sorgfalt in warmen Orange-, Rot- und Gelbtönen eingerichtet: ein modernes Pflegebett steht darin und ein bequemer Liegesessel, an der Wand hängt ein Flachbildschirm. Wer mag, kann eigene Möbel, Bettzeug oder die Küchenuhr, an deren Ticken er ein Leben lang gewohnt ist, ins Hospiz mitbringen.

Das Bad ist groß und barrierefrei. Jedes Zimmer hat einen eigenen Balkon. Rund 12000 Euro hat die Einrichtung jeweils gekostet. Bisher haben die Kommunen Eschborn, Sulzbach, Schwalbach, Hattersheim, Flörsheim, Raunheim, Rüsselsheim, Kelsterbach und Mörfelden-Walldorf die Kosten für je ein Zimmer übernommen. Im hellen Atrium hängen im Erdgeschoss und im ersten Stock viele verschiedene Bilder an der Wand, die Künstler für das Hospiz gemalt haben.

Im zweiten Obergeschoss ist ein Andachtsraum; außerdem sind hier zwei Zimmer, in denen Angehörige auch mal die Nacht im Hospiz verbringen können.

Angebote in Musik-, Kunst- und Aromatherapie werde es im Hospiz geben, sagt die stellvertretende Pflegedienstleiterin Christiane Möller. In einem Verwöhnbad könnten die Kranken, die oft schon über lange Zeit bettlägerig sind, entspannen. „Wir möchten den Menschen, die zu uns kommen, den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen.“

Für die Kosten der Betreuung im Hospiz kommen zu 90 Prozent die Krankenkassen auf. Rund 100000 Euro an Betriebskosten pro Jahr muss der Hospizverein aus eigener Kraft stemmen. „Wir suchen noch Spender und Sponsoren“, sagt Christa Hofmann.

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