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Elternprotest am Antoniushaus

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Die Eltern haben Angst, dass unter dem Konflikt die Qualität der Schule leidet.
Die Eltern haben Angst, dass unter dem Konflikt die Qualität der Schule leidet. © Michael Schick

„Bedingungen verbessern, Lehrerflucht stoppen, Schule erhalten“ – das steht auf einem der Schilder, die von den Demonstranten hochgehalten werden. Am Samstag haben sie sich vor dem Antoniushaus versammelt.

Von Jöran Harders

Größtenteils sind es Eltern von Schülern der Peter-Josef-Briefs-Schule (PJBS); aber auch einige Lehrer und Schüler haben sich der Gruppe angeschlossen, die anschließend durch die Hochheimer Altstadt läuft.

Anlass des Protests ist die Kündigung der Leiterin der Förderschule, an der zurzeit rund 150 Schüler mit teils schweren Behinderungen unterrichtet werden. Schulleiterin Gudrun Bjaelkerup hat um ihre Versetzung gebeten, weil Lehrerkollegium und Eltern sich von der Geschäftsführung der PJBS und von der Josefs-Gesellschaft in Köln, die die Schule betreibt, nicht ernstgenommen fühlen. Doch die Kündigung der Schulspitze – auch Bjaelkerups Stellvertreterin Monika Fröhlich hat ihre Versetzung beantragt – ist nur der bisherige Höhepunkt eines Konflikts, der schon seit längerer Zeit zwischen Lehrern und Eltern auf der einen Seite und der Schulgeschäftsführung und der Josefs-Gesellschaft auf der anderen Seite schwelt.

Modernisierung gefordert

Eltern und Lehrer fordern bereits seit mehreren Jahren eine Modernisierung und Erweiterung der Schule. Doch die komme nicht in die Gänge, beklagt Elternbeiratsvorsitzende Marika Braun. Anstatt konkrete Modernisierungspläne vorzulegen, werde seitens der Geschäftsführung „abgewiegelt und hingehalten“. Einzig und allein die „dringend notwendige“ Sanierung der Toiletten sei 2013 endlich vorgenommen worden, gesteht Braun zu; allerdings auch nicht so, wie sie von der Schulleitung gewünscht worden sei. Nach der Renovierung sei es in den Toiletten für Schüler mit Rollstühlen zu eng, auch das Licht funktioniere nicht überall. Die Kritik an der Toilettensanierung kann Susanne Sperling, Pressesprecherin des Antoniushauses, nicht nachvollziehen.

„Die Toiletten sind sehr schön geworden“, sagt Sperling. Dass es im Antoniushaus an Platz mangele, bestätigt Sperling: „Es sind zu viele Schüler an der Schule.“ Beim Bau vor rund 30 Jahren wurden die Gebäude für 120 Schüler ausgelegt. Doch bevor man anbaue, müsse zuerst klar sein, wie das künftige Konzept der PJBS aussehen soll. So sei zu klären, ob es an der Schule, die bisher nur von Behinderten besucht wird, künftig auch gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Schülern geben könne. Die Josefs-Gesellschaft hat einen Ombudsmann ins Antoniushaus geschickt und zugesagt, dass „die hohe Qualität der Beschulung weiterhin erhalten“ bleiben soll.

Dass genau dies nicht der Fall sein wird, befürchten die Eltern. „Wir möchten unsere Schulleiterinnen behalten, die seit Jahren eine gute Arbeit machen“, sagt Beate Rolzhäuser, deren Sohn die PJBS besucht. Wie die anderen Eltern hat sie Angst, dass durch den Konflikt der Zusammenhalt im Lehrerkollegium auseinanderbricht und weitere Lehrer die Schule verlassen. Dann könnten der PJBS Lehrermangel und „dramatische Qualitätseinbußen bei der Beschulung“ drohen, warnt der Elternbeirat.

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