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Einstimmig gegen Czunczeleit

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Hofheim HWB-Geschäftsführer wollte selbst gehen / Kaum noch Rückhalt in der CDU

Ehe er am Freitagabend als Geschäftsführer der städtischen Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) abberufen wurde, hat Gerd Czunczeleit nach eigenen Angaben selbst Schritte unternommen, um sein Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. Der Aufsichtsrat habe den von ihm vorgelegten Aufhebungsvertragsentwurf aber nicht akzeptiert, sagte er gestern der FR. Stattdessen sei er von Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) vom einstimmigen Beschluss, ihn mit sofortiger Wirkung freizustellen, in Kenntnis gesetzt worden. Noch am Freitag musste der 54-Jährige die Schlüssel zu den HWB-Büroräumen abgeben. Eine schriftliche Stellungnahme wurde ihm für die nächsten Tage avisiert. Die Hintergründe für seine plötzliche Abberufung vermutet Gerd Czunczeleit in den "Ereignissen der letzten Wochen", als vor allem die beiden Großprojekte der HWB, das Bürgerhaus in Marxheim und ein geplantes Wohnhaus in der Oberen Hauptstraße ins Kreuzfeuer der Kritik gerieten. Inwieweit CDU-interne Grabenkämpfe seine Abberufung vorangetrieben haben könnten, kommentiert er mit Vorsicht: "Die Einschätzung, ích könnte, wenn ich den Job bei einer städtischen GmbH antrete, aus dem Schussfeuer der Politik geraten, war wohl falsch."

Michael Henninger, Fraktionsvorsitzender der Hofheimer Christdemokraten, ist nach der öffentlichen Demontage des früheren Ersten Stadtrates und glücklosen CDU-Bürgermeisterkandidaten um Schadensbegrenzung bemüht. "Da geht es um die Sache, nicht um die Person", betonte er gestern. Die Differenzen zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung seien mit dem eindeutigen Beschluss vom Freitag endgültig beigelegt. "Ich bin zuversichtlich, dass es jetzt mit den beiden Projekten in Marxheim und in der Oberen Hauptstraße zügig weitergeht." Petra Gottschalk, Fraktionsvorsitzende der Bürger für Hofheim, sieht das anders: Schuld an dem Dilemma rund um Gerd Czunczeleit ist aus ihrer Sicht das innerparteiliche Gerangel in der CDU, die immer noch nicht die Niederlage bei den Bürgermeisterwahl 2001 verwunden habe. Ähnliches vermuten die Freien Wähler. Der zweite HWB-Geschäftsführer sei als Versorgungsposten für den CDU-Politiker geschaffen worden, sagte Bodo Tadewald (FWG) gestern. "Wir haben das immer abgelehnt." Erleichtert zeigte sich Marianne Knöß (Grüne Hofheimer Offene Liste). "Durch die Entscheidung kann weiterer Schaden von der Wohnbaugesellschaft abgewendet werden", hofft sie.

Diskussion über HWB-Aufgaben

"Die HWB soll endlich raus den Schlagzeilen und sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben zuwenden können", findet SPD-Sprecherin Barbara Grassel. Ob die Position von Gerd Czunczeleit nachbesetzt oder künftig mit Josef Mayr nur ein Geschäftsführer an der Spitze der Wohnungsbaugesellschaft stehen soll, müsse in Ruhe geklärt werden. "Da stellt sich auch die Frage, ob die Gesellschaft in Zukunft überhaupt noch als Bauträger fungieren soll, daran haben wir als SPD grundsätzliche Zweifel." Auch Werner Steinmann (FDP) kann sich gut vorstellen, dass nach dem Abgang von Gerd Czunczeleit eine Grundsatzdiskussion über die Aufgaben der Hofheimer städtischen Wohnungsbaugesellschaft geführt wird. Die Bauträgertätigkeit habe seine Fraktion von Anfang an "mit Stirnrunzeln"gesehen, sagte er der FR. Projekte wie das Marxheimer Bürgerhaus und das Bauvorhaben Obere Hauptstraße müssten aber - zur Not mit Hilfe von externen Beratern - zu Ende gebracht werden.

Am morgigen Mittwoch wird der Hofheimer Magistrat über den HWB-Aufsichtsratsbeschluss vom vergangenen Freitag informiert. Danach müsse die Stadt als alleinige Gesellschafterin über das weitere Vorgehen beraten, sagte Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD) gestern der FR. Siehe Kommentar

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