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Eine liebevolle Oma: Das wünschen sich alle Kinder.
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Eine liebevolle Oma: Das wünschen sich alle Kinder.

"Wunsch-Großeltern"

Eine Oma auf Zeit

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Alle Kinder wollen mit ihren Großeltern Zeit verbringen, sei es im Zoo oder beim Vorlesen. Aber Großeltern haben nicht immer Zeit oder sie wohnen am anderen Ende der Welt - als Lösung will der Hofheimer Familientreff "Wunsch-Großeltern" vermitteln.

Großeltern können ihre Enkel nicht treffen, weil die am anderen Ende der Welt wohnen, skypen mit ihnen nur am Computer; Eltern suchen für ihre Kinder einen älteren Menschen, der die Rolle von Oma oder Opa übernimmt, weil die eigenen Großeltern nicht greifbar sind. Solchen Situationen will der Hofheimer Familientreff mit einem neuen Projekt begegnen. „Wir möchten junge Familien und Senioren, die gerne mit Kindern zu tun haben, zusammenbringen“, sagt der Vorsitzende des Hofheimer Familientreffs, Christian Kaufbold. Gemeinsam mit der Seniorennachbarschaftshilfe und der Stadt soll ein Großeltern-Service ins Leben gerufen werden, um Generationen zusammenzubringen. Ziel sei es, Freiraum und Entlastung für Familien mit Kindern und Pausen zum Durchatmen zu schaffen, erklärt Koordinatorin Claudia Nerding vom Familientreff. Kinder sollten beständige, liebevolle Beziehungen mit älteren Menschen erleben und zusätzlichen Raum zum Spielen und Träumen gewinnen. Senioren solle der Großeltern-Service den Kontakt zu Kindern ermöglichen, ihren Alltag durch Geben und Nehmen bereichern.

Von dem Großeltern-Service sollen die Kinder und die Senioren profitieren

„Wir wollen die älteren Menschen dabei nicht in die Rolle unbezahlter Babysitter drängen“, betont Nerding. Wir achten darauf, dass beide Partner – die Senioren und die Familien – etwas davon haben.“ Ob das Projekt gelingt, hängt stark davon ab, wie viele ältere Menschen sich melden. Die Seniorennachbarschaftshilfe hat zwar 1300 Mitglieder. Gerade mal 100 davon seien jedoch jünger als 70 Jahre, sagt der Vorsitzende des Vereins, Volkhard Kiesel. „In Hofheim leben gut 108 000 Senioren. Um den Großeltern-Service anbieten zu können, müssen auch ältere Menschen mitmachen, die noch nicht Mitglied bei uns sind. Wir hoffen, dass wir da Reserven mobilisieren können.“

Künftige Wahl-Omas und Wahl-Opas müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und einen Fragebogen ausfüllen. Darin können sie Hobbys und Fertigkeiten nennen, sagen, wie alt die Kinder sein sollen, mit denen sie in Kontakt kommen wollen, und angeben, wie viel Zeit sie haben. Auch die Interessen und Angebote der Familien werden abgefragt. „So versuchen wir schon mal eine Vorauswahl zu treffen, damit die Partner, die wir zusammenbringen, auch zusammenpassen“, sagt Claudia Nerding. Bei einem ersten Treffen können Eltern, Kinder und Wahl-Großeltern dann ausloten, ob die Chemie stimmt und festlegen, wie die Treffen genau gestaltet werden. „Wir stehen als Begleiter zur Verfügung, helfen, wenn es Probleme gibt, wollen auch eine Gesprächsrunde zu dem Thema anbieten“, sagt Nerding.

Selbstverständliches Miteinander der Generationen wie in einer Großfamilie

Versicherungsrechtliche Fragen seien am einfachsten zu lösen, wenn die Wunsch-Omas und Wunsch-Opas in der Seniorennachbarschaftshilfe Mitglied werden. Für fünf Euro im Jahr sind sie für das Projekt dann privat haftpflichtversichert. Abgeschaut haben sich die Hofheimer die Idee des Großeltern-Service übrigens von einem Wiesbadener Projekt, das Wunsch-Großeltern vermittelt. „Dort funktioniert das sehr gut“, sagt Claudia Nerding. Sie könne sich vorstellen, dass der Großeltern-Service auch in Hofheim auf viel Interesse stoße, sagt Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD). „In der Regel gibt es bei uns keine Großfamilien mehr, in denen mehrere Generationen ganz selbstverständlich zusammenleben, füreinander Zeit haben und voneinander lernen.“ Der neue Service könne dazu beitragen, die Entfremdung und die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen aufzulösen, hofft Stang. „Die Idee dazu war schon lange in den Köpfen. Jetzt kann sie Realität werden.“

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