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Alltagsleben in Tenkodogo in Burkina Faso.
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Alltagsleben in Tenkodogo in Burkina Faso.

Freundeskreis Hofheim-Tenkodogo

Eine Schulküche und neue Nähmaschinen

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Die Mitglieder des Hofheim-Freundeskreises besuchen die Stadt Tenkodogo im westafrikanischen Burkina Faso. Dort bestaunten sie die neue Schulküche und eine Solaranlage, die aus Deutschland mitfinanziert wurden. Der Freundeskreis hat bereits neue Projekte für Afrika geplant.

Die Mitglieder des Hofheim-Freundeskreises besuchen die Stadt Tenkodogo im westafrikanischen Burkina Faso. Dort bestaunten sie die neue Schulküche und eine Solaranlage, die aus Deutschland mitfinanziert wurden. Der Freundeskreis hat bereits neue Projekte für Afrika geplant.

Sie haben bei 42 Grad im Schatten von morgens bis abends geschwitzt, sind mit einem gemieteten Jeep über endlose staubige Straßen geholpert, haben Menschen kennen gelernt, die täglich zwei Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle laufen müssen.

Am Ende waren die sechs Mitglieder des Freundeskreises Hofheim-Tenkodogo, die der Stadt im westafrikanischen Burkina Faso im Februar einen Besuch abgestattet haben, aber glücklich. „Die Reise war rundum erfolgreich“, sagt Inge Franck, die den Verein leitet. „Wir konnten viele gute Gespräche führen und haben jetzt weitere zuverlässige Partner, mit denen wir neue Projekte realisieren können.“

Neben Inge Franck waren Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD), Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) und seine Frau Karin, SPD-Stadtverordneter Werner Wittchen und Rüdeger Schlaga in Tenkodogo.

Solaranlage für die Schule

Die Reisekosten haben alle aus eigener Tasche bezahlt. Denn die Stadt unterstützt zwar das Engagement in dem westafrikanischen Land, Geld gibt es dafür aber keines. Das hat das Parlament kurz nach Gründung des Freundeskreis Ende 2010 beschlossen.

Offene Türen hätten sie im Rathaus in Tenkodogo vorgefunden, berichtete Bürgermeisterin Stang. Die Gespräche mit ihrem Amtskollegen Ouelogo liefen gut. Hofheim mit Tenkodogo zu vergleichen sei kaum möglich. „Es geht dabei auch nicht um Belehrung, sondern darum zu lernen, wie Menschen Probleme bewältigen, in Afrika genauso wie bei uns“, sagt Stang.

Was die Zahl der Einwohner betrifft ist Tenkodogo gut drei Mal so groß wie Hofheim. In der Kernstadt leben allerdings nur 40.000 Menschen, der Rest verteilt sich auf 83 Dörfer, die bis zu 45 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt sind. Eines dieser Dörfer ist Gourgou. Die Hofheimer Delegation hat es besucht und die neue Schulküche gesehen, in der täglich das Essen für 470 Kinder gekocht wird. 2685 Euro hat sie gekostet und ist zu gut 50 Prozent durch eine Spende der Diedenbergener Konfirmanden 2013 finanziert worden. Holzsparende Herde gebe es dort jetzt, berichtete Rüdeger Schlaga, und Schubkarren, um Wasser zu holen.

Stolz ist der Freundeskreis auch auf die Solaranlage, die die Hofheimer Gingko-Stiftung in Gourgou gebaut hat. Der tagsüber gewonnene Strom wird abends zur Beleuchtung der Schule genutzt. Außerdem gibt es eine Ladestation für Handy- und Radioakkus, in der drei Frauen und vier Männer arbeiten. 270 feste Abonnenten ließen mittlerweile ihre Akkus dort aufladen, so Schlaga. Batterien, die, wenn sie leer sind, einfach weggeworfen werden, gäbe es kaum noch.

Geld für Klassenräume

Erfolgreich läuft auch die Zusammenarbeit mit dem Maison de la Femme (Haus der Frau). Nach gewalttätigen Unruhen im Jahr 2011 war dort fast die gesamte Einrichtung zerstört worden. Der Freundeskreis habe für 2000 Euro 18 neue Nähmaschinen gekauft, berichtete Karin Exner. 45 Frauen machen in dem Haus zurzeit eine Ausbildung, darunter sind auch acht künftige Weberinnen. 1700 Euro will der Verein noch zur Verfügung stellen, damit Stühle und Tische gekauft werden können. Die Räume im Maison de la Femme könnten dann vermietet werden, sagt Karin Exner.

„Uns ist wichtig, dass die Frauen mittelfristig eine Chance bekommen, für sich und ihre Familien eigenständig einen Beitrag zum Lebensunterhalt zu leisten.“ Der Freundeskreis habe deshalb 70 Stofftaschen in Auftrag gegeben, die ebenso wie andere Produkte aus Tenkodogo in Hofheim verkauft werden.

Pläne für die Zukunft gibt es auch bereits: Demnächst wolle der Freundeskreis im kleinen Dorf Goursampa tätig werden, berichtete Werner Wittchen. „Wir werden unseren Mitgliedern vorschlagen, dort ein weiteres Schulgebäude mit drei Klassen zu bauen sowie einen Brunnen für die Schule bohren zu lassen.“ Die Kinder müssten zurzeit fast zwei Kilometer laufen, um Trinkwasser zu holen. Drei Jahrgänge mit 107 Schülern würden zusammen in drei Klassenräumen unterrichtet. „Da wundert es nicht, dass zwischen der ersten und der sechsten Klasse mehr als die Hälfte der Schüler die Schule abbrechen.“

35.000 Euro sind nötig, um die drei Klassenräume zu bauen, 12.000 Euro würde der Brunnen kosten. Aus eigener Kraft könne der Freundeskreis diese Projekt nicht stemmen, sagt Rüdeger Schlaga. „Wir werden sehen, ob wir Fördertöpfe des Bundes anzapfen können und auch bei Hilfsorganisationen nachfragen.“

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