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Ehefrau darf nicht mehr einreisen

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Unruhen in Guinea
Unruhen in Guinea © AFP

Weil die Ausländerbehörde des Main-Taunus-Kreises eine Scheinehe vermutet, darf eine Guineerin nicht mehr zu ihrem Ehemann nach Hofheim zurückkehren.

Von Barbara Helfrich

Mariama Keita darf nicht nach Deutschland zu ihrem Ehemann Jürgen Schaller (alle Namen geändert) ziehen. Das Kreis-Ausländeramt hat den Antrag der Guineerin auf Familiennachzug abgelehnt. Aus Sicht der Behörde steht fest „dass die Ehe ausschließlich geschlossen wurde, um die Einreise und den Aufenthalt im Bundesgebiet zu ermöglichen“, es sich also um eine sogenannte Scheinehe handele.

Ein Indiz sei der Altersunterschied von 33?Jahren gewesen, heißt es in der Begründung, die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Auch dass die Ehe im vorigen Sommer in Dänemark geschlossen wurde, als Mariama Keitas Studentenvisum bereits abgelaufen war, kam der Behörde verdächtig vor. Deshalb wurden der 55-jährige Hofheimer und seine Frau im September zeitgleich befragt. Er im Landratsamt, sie in der deutschen Botschaft in Conakry. Dabei hätten beide „sehr unterschiedliche Antworten“ gegeben, „die auf eine unzureichende persönliche Verbundenheit der Ehepartner schließen lassen“, schreibt Thea Melzer, Leiterin der Ausländerbehörde.

Unter anderem gebe es Unstimmigkeiten bei der Frage nach dem Fernsehprogramm: „Er hat laut ihren Aussagen ein Actionfilm-Abo, er gibt an, Dokumentationen und Spielfilme zu sehen.“ Weiter heißt es : „Sie kennt seinen besten Freund nicht.“ Dazu sagt Jürgen Schaller: „ Sie nannte Elsa, Frank, Michael und wen weiß ich, sonst noch. Ich nannte Michael. Muss sie wirklich wissen, wen ich als meinen besten Freund betrachte?“ Zu seinen Film-Vorlieben führt er aus: „Ich hatte seinerzeit ein Actionfilm-Abo und ich sehe gerne Dokumentationen und gute Spielfilme mit viel Action.“

Die Ausländerbehörde bemängelt auch, dass die Frau nicht wisse, seit wann ihr Mann seine Arbeitsstelle hat. Er gab drei Jahre an, sie neun. „Beides ist richtig“, sagt Schaller: „Ich bin seit 2007 fest angestellt, aber von 2001 bis 2007 war ich freiberuflich tätig“.

Ehemann will nach Guinea

Seine Stellungnahme hat er an die Botschaft in Guinea geschickt. Anfang Februar will er in das westafrikanische Land reisen und mit seiner Frau dort vorsprechen, um doch noch ein Visum für sie zu bekommen.

Die Behörde bezweifelt indes, dass die Eheleute überhaupt zusammen gelebt haben, bevor sie ausreisen musste. Als Hinweis auf eine Scheinehe wertet die Behörde auch, dass Schaller bisher noch nicht die Schwester seiner Frau kennt, die in Hanau lebt, und auch nicht seine Schwiegermutter getroffen hat, als diese bei der Schwägerin zu Besuch war. Doch Schaller beteuert, Mariama Keita sei unmittelbar nach der Hochzeit „mit Sack und Pack“ bei ihm eingezogen. „Es stellte sich heraus, dass sie eine Katzenallergie hat und ich musste für meine Katze ein neues Zuhause suchen.“

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