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An mangelnder Kundschaft liegt es nicht, dass der Dorfladen schon wieder vor dem Aus steht.
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An mangelnder Kundschaft liegt es nicht, dass der Dorfladen schon wieder vor dem Aus steht.

Wildsachsen

Dunkle Wolken über dem Dorfladen

Es läuft prima: Der Umsatz übertrifft die Erwartungen, die Kunden sind zufrieden. Dennoch ist die Zukunft des Dorfladens im Hofheimer Stadtteil fraglich. Von Barbara Helfrich

Von BARBARA HELFRICH

An mangelnder Kundschaft liegt es nicht. Etwa 100 Käufer kommen im Schnitt pro Tag in den Dorfladen im ehemaligen Wildsachsener Rathaus. Der Umsatz übertrifft die Erwartungen. Dennoch rechnet sich das Geschäft nicht, scheint seine Zukunft ein gutes Jahr nach der Eröffnung ungewiss.

Zwei öffentlich geförderte Arbeitsstellen sind derzeit unbesetzt, begründet Ralph Delhees von der Selbsthilfe im Taunus (Sit), die den Laden betreibt, die Situation. Gedacht sind die beiden 30-Stunden-Jobs für Arbeitslose. Doch geeignete Bewerber fehlten, sagt Delhees. Schicken kann sie die Arbeitsagentur, die Personen betreut, die erst kurz arbeitslos sind. Oder der Kreis, der für langzeitarbeitslose Empfänger von Arbeitslosengeld II zuständig ist.

"Zwei bis drei" Arbeitslose hätten sich in den vergangen Monaten vorgestellt. Doch entweder seien sie für die Arbeit im Dorfladen ungeeignet gewesen oder hätten kein Interesse gehabt, berichtet Delhees. Dabei spiele eine große Rolle, das Wildsachsen abgelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbar sei.

Derzeit arbeitet in Dorfladen nur ein Mitarbeiter, dessen Lohn der Kreis bezuschusst. Weil die anderen geförderten Stellen unbesetzt sind, hat die Sit eine Verkäuferin regulär eingestellt, außerdem eine 400-Euro-Kraft. Als Leiterin des Dorfladens beschäftigt Sit zudem eine Einzelhandelskauffrau, ebenfalls mit einem nicht-geförderten Arbeitsvertrag. Das treibt die Lohnkosten in die Höhe. Um sie zu decken will die Sit den Umsatz steigern, plant mehr Werbung und Sonderaktionen wie Kreppelverkauf an Fasching. Derzeit macht der Dorfladen Minus, obwohl die Stadt Hofheim monatlich 1500 Euro dazu gibt. Der Kommune ist an der Nahversorgung im 1800-Einwohner-Ort gelegen.

Gelungene Qualifizierung

Hauptanliegen der Sit ist dagegen die berufliche Integration und Wiedereingliederung von Arbeitslosen. Dies gelang bei den ersten beiden Mitarbeiterinnen. Sie schafften den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt. Derzeit aber läuft das Projekt am eigentlichen Ziel vorbei. Dass die Selbsthilfe händeringend Mitarbeiter für den Laden sucht, sei dem Sozialamt neu, teilte Kreissprecher Johannes Latsch gestern der FR mit. Einen vom Kreis geschickten Bewerber hätten die Ladenbetreiber abgelehnt. "Darüber hinaus ist uns weiterer Bedarf nicht bekannt." Die Sit solle diesen anmelden. Das werde er tun, entgegnet Delhees. Da ein Bewerber abgelehnt wurde, hätte der Kreis aus seiner Sicht allerdings wissen müssen, dass die Stelle nach wie vor vakant ist, bemerkt der Projektleiter.

Die Stadt Hofheim will die Entwicklung des Dorfladens bis zum Jahresende abwarten, ehe sie über seine Zukunft und eine weitere Unterstützung entscheidet. Darüber seien sich alle Fraktionen einig, sagt Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD): "Der Dorfladen Wildsachsen erfüllt zwei der drei Funktionen sehr gut." Er stelle die Grundversorgung sicher und sei "ein Treffpunkt für Alt und Jung". Nur die dritte Funktion, die Qualifizierung von Mitarbeitern, "findet zur Zeit nicht statt", so die Rathauschefin: "Weil der Arbeitsmarkt es nicht hergibt."

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