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Dreifache Mutter von Auto erfasst

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Wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls muss sich ein 42 Jahre alter Mann aus Eppstein vor Gericht verantworten. Er soll in Wiesbaden eine Fußgängerin überfahren haben. Von Sabine Müller

Von SABINE MÜLLER

Ein 42-jähriger Mann aus Eppstein soll vor mehr als drei Jahren die Mutter dreier Kinder auf der Bundesstraße 455 in Bierstadt mit dem Auto erfasst und getötet haben. Er steht am Donnerstag, 8. Januar, 9 Uhr, vor dem Wiesbadener Amtsgericht. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung im Straßenverkehr und Unfallflucht.

Vier Verhandlungstage sind angesetzt. 42 Zeugen, zwei Sachverständige und zehn Gutachten werden gehört beziehungsweise verlesen. Laut Hartmut Ferse, Sprecher der Staatsanwaltschaft, droht dem Eppsteiner eine Haftstrafe von bis zu vier Jahren.

Der tödliche Unfall ereignete sich in der Nacht des 4. September 2005: Kurz nach Mitternacht erfasst ein Auto die 41-jährige Elke F. auf der mehrspurigen Bundesstraße 455. Sie wird laut Gutachten mitgeschleift, landet mit dem Kopf auf der Bordsteinkante und stirbt noch an der Unfallstelle.

Die dreifache Mutter war auf dem Heimweg nach Bierstadt, ging auf der Seite ohne Bürgersteig. Sie war betrunken, hatte nachweislich 1,18 Promille im Blut. Der tödliche Unfall ereignete sich zwischen Patrick- und Schultheißstraße. Dort gilt Tempo 50.

Von dem Autofahrer fehlt zunächst jede Spur. Erst ein anonymer Anruf bringt die Polizei im Dezember auf die Fährte des Eppsteiners. Der war in der Unfallnacht mit Frau und Kindern von einer Grillparty auf dem Heimweg. Die Schäden an seinem Audi Kombi erklärt der 42-jährige mit einem Wildunfall. Warum er den Wagen danach in der Garage des Nachbarn unterstellte, begründet er diesem gegenüber mit der Angst, den Führerschein zu verlieren. Er habe getrunken gehabt.

Laut Staatsanwalt Ferse wurden an der Unfallstelle Teile des Audis des Eppsteiners gefunden. Gutachten haben zudem ergeben, dass der Unfallverursacher zu schnell, mit 65 bis 75 Stundenkilometer, unterwegs war. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft wäre der Unfall bei Tempo 50 nicht passiert - selbst wenn die Frau mitten auf der Fahrbahn gegangen wäre.

Da der Angeklagte alles bestreitet, habe es mit der Anklage so lange gedauert: "Wir mussten alle Register ziehen", sagt Ferse. Was heißt: Es mussten mehrere Gutachten von unabhängigen Sachverständigen und des Landeskriminalamts abgewartet werden. Das dauerte "seine Zeit". Zudem sei während der Ermittlungen ein weiterer Mann der Tat beschuldigt worden. Zu Unrecht, wie sich herausstellte. Der Anschuldiger sei wegen Falschaussage mittlerweile verurteilt worden.

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