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Im Gebäudekomplex Nassauer Hof ist jetzt die Hattersheimer Stadtverwaltung untergebracht.
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Im Gebäudekomplex Nassauer Hof ist jetzt die Hattersheimer Stadtverwaltung untergebracht.

Hattersheim

Drei wollen ins Rathaus

Antje Köster, Klaus Schindling und Karl Heinz Spengler wollen Bürgermeister in Hattersheim werden. Die Frankfurter Rundschau hat die drei Kandidaten vor der Wahl befragt.

Wer sind die Kandidaten?
Antje Köster wurde 2010 zum ersten Mal zur Hattersheimer Bürgermeisterin gewählt. Als Diplom-Verwaltungswirtin war die SPD-Frau davor im Sozialamt des Main-Taunus-Kreises tätig und leitete das Sozial-, Wohnungs- und Jugendamt in Hochheim. Die 51-Jährige hat zwei Kinder. Sie ist in Hattersheim aufgewachsen.

Klaus Schindling ist seit 2005 Stadtverordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender für die CDU und auch deren Stadtverbandsvorsitzender. Der 47 Jahre alte Unternehmer lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Okriftel. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Rhein-Main-Entsorgungsservice GmbH in Frankfurt.

Karl Heinz Spengler, 59 Jahre alt und Kandidat der Freien Wähler, ist seit 1989 kommunalpolitisch tätig. Im Kreistag und in der Regionalversammlung Südhessen sowie als Stadtverordneter in Hattersheim sammelte er politische Erfahrung. Der Vater dreier Töchter ist gelernter Maschinenbauer, er ist in Okriftel aufgewachsen.

Warum sollen die Hattersheimer und Hattersheimerinnen Sie zum Bürgermeister/ zur Bürgermeisterin wählen?
Köster: Ich bin fachkompetent, bürgernah, authentisch und scheue mich nicht vor unpopulären Entscheidungen. Ich habe vieles erreicht, allem voran den ausgeglichenen Haushalt 2016. Und: Ich bin noch nicht fertig mit dem, was ich mir für unsere Stadt vorgenommen habe.
Schindling: Weil Hattersheim es verdient, mit Wirtschaftskompetenz aus der Schuldenkrise geführt zu werden. Weil junge Familien keine Sommer-Schließzeiten der Kitas brauchen und unsere Stadt sicherer und sauberer werden muss. Weil wir Zuwanderung begrenzen und den Schwerverkehr aus den Ortskernen halten müssen.
Spengler: Hattersheim ist wie eine schlecht geführte Baustelle. An allen Ecken und Enden klemmt es. Hattersheim ist aber auch eine bunte und tolerante Stadt mit liebenswerten Menschen, für die es sich lohnt zu kämpfen. Und genau das möchte ich als Bürgermeister tun. Chancen nutzen und Belastungen meiden ist die Devise.

Ende 2016 wird der Schutzschirm-Vertrag mit dem Land Hessen auslaufen, Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt. Auch in den zwei Jahren danach darf der Haushalt laut den Bestimmungen des Landes kein Defizit ausweisen. Wie wollen Sie dafür sorgen, dass die Finanzen in Hattersheim solide bleiben?
Köster: Indem wir mit Ausgabendisziplin und nach intensiven Prüfungen unsere Gelder gezielt einsetzen. Solide Haushaltspolitik zeichnet sich nicht durch populistische Äußerungen oder blinden Aktionismus aus. Wir müssen wie bisher gesund abwägen, welche Einnahmeverbesserungen uns in welchen Bereichen weiterhelfen.
Schindling: Durch Ansiedlung neuer Unternehmen durch externe Standortmakler, die unsere Top-Lage im Rhein-Main Gebiet bewerben. Keine Ansiedlung von Konzernen wie Bauhaus, die keine Gewerbesteuer hier zahlen. Wir sollten lieber mehr Geld den Vereinen geben anstatt in teures Personal für städtische Jugendarbeit zu investieren.
Spengler: Kassensturz ist das Zauberwort. Eine Amtsperiode zu beenden ohne auch nur einen selbst verantworteten Haushalt abgeschlossen zu haben, gab’s noch nie. Nur Wahrheit und Klarheit im Haushalt ohne Buchungstrick und Fehleinschätzungen können solide Finanzen garantieren. Der Wähler kann es am 6. März richten.

Die Stadthalle wird derzeit vom Land als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Beschlusslage ist allerdings, dass der denkmalgeschützte Bau verkauft werden soll. Bisher haben sich nur wenige Interessenten gefunden. Wie sehen Sie die Zukunft der Stadthalle?
Köster: Hattersheim braucht eine Stadthalle. Ich möchte mit Bürgerbeteiligung das gesamte Stadthallen-Areal so entwickeln, dass als Ergebnis die Stadthalle – mit einer lebenswerten Stadtmitte – unserer Bevölkerung wieder zur Verfügung steht.
Schindling: Wenn ein Verkauf, dann unter der Bedingung einer weiteren Nutzung durch uns als Stadt. Andernfalls müssen wir ein anderes (Nutzungs-) Konzept für die Sanierung erstellen. Eventuell braucht das gesamte Areal inklusive Sport- und Parkplatz ein neues Konzept. Fakt ist: Wir und unsere Vereine brauchen die Stadthalle!
Spengler: Es braucht zwei Dinge: Ein überzeugendes Nutzungskonzept und Partner die das Konzept umsetzen können. Ein Partner ist zwingend ein Gastronom mit solider Ausbildung und Bereitschaft, eventuell mit Vereinen, die Veranstaltungsräume zu betreiben. Die jüngste Diskussion zeigt deutlich die Investitionsbereitschaft.

In der ehemaligen Tierversuchsanstalt Kastengrund will der Main-Taunus Kreis nach und nach bis zu 700 Flüchtlinge unterbringen. Wie kann nach Ihrer Meinung die Integration der Asylbewerber gewährleistet werden?
Köster: Integration kann nur gelingen, wenn wir mit guten Konzepten, mit Verständnis und Toleranz zusammenleben und gleichzeitig unsere Gesetze und Grundwerte respektieren. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – in Zusammenarbeit mit der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft – ist hierbei elementar wichtig.
Schindling: Indem wir zunächst einmal nur so viele Flüchtlinge aufnehmen, wie wir und unsere städtische Infrastruktur zu integrieren imstande sind! Wir brauchen Deutschkurse, das Erlernen der Sprache ist zunächst das Wichtigste. Günstigen Wohnraum zu schaffen muss zur Bedingung werden bei der Erschließung neuer Wohngebiete.
Spengler: Der Schlüssel der Integration ist das Erlernen der Sprache und die Bereitschaft, die Grundwerte unserer Gesellschaft anzunehmen. Es geht um bezahlbare Mieten. Mit 7,50 Euro Miete kann im MTK keine Wohnung errichtet werden. Da braucht es jemanden der die Differenz bezahlt. Die Kommunen können das nicht alleine.

Das ehemalige Werkstattgebäude auf dem Sarotti-Gelände soll nach den Plänen von Investoren ein Sterne-Restaurant sowie ein Stadtmuseum beherbergen. Wie stehen Sie zu diesen Plänen?
Köster: Mit dem Stadtmuseum, das der Geschichtsverein betreiben wird, wird ein kulturelles Highlight in Hattersheim entstehen. Wichtig ist mir, dass dort eine verlässliche Gastronomie einzieht. Die Kombination von Museum und Gastronomie (die erste südlich der Bahnlinie) wird für unsere Stadt eine Bereicherung sein.
Schindling: Rot-Grün hat uns einen aus städtischer Sicht nur unzureichend verhandelten Vertrag vorgelegt. Zunächst sollen wir das Werkstattgebäude einem Investor „schenken“, um es dann nach 30 Jahren wieder kaufen zu müssen. Solche Aktionen sind es, die u.a. unsere Stadt zur Schutzschirmkommune haben werden lassen.
Spengler: Die Hattersheimer Geschichte ist reichhaltig und wert, präsentiert zu werden. Der vorgestellte Plan stellt nicht die angedachte gemeinsam zu nutzende Fläche im Museumsteil dar. Der HGV braucht jedoch die Einnahmen zur Kostendeckung. Gastroseum? Museum und Museumscafé ja – aber nicht zu jedem diktierten Preis.

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