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Dreckschuhe willkommen

Main-Taunus / Hochtaunus Mit einem speziellen Gütesiegel werben Hotels um Wanderer

Von ANNETTE FRIAUF

Angela Merkel hat nach einem CDU-Valentinstreffen in Kelkheim im Waldhotel übernachtet. Die Kanzlerin hat sicher die Minibar, das drahtlose Netzwerk und vielleicht auch den Hosenbügler zu schätzen gewusst. So wie viele andere Geschäftsreisende auch. Jetzt bietet das Drei-Sterne-Haus offiziell den Service "Wanderkunde" an: Karten über Pfade durch den dichten und lichten Tann, Wissen über Berge, Burgen und Bäder - ganz dem Werbeslogan der Taunus-Touristiker gemäß.

Wandern ist in. Allein, zu zweit, immer seltener in der Gruppe: Die Menschen bewegen sich gern in der Natur. Besonders die Taunus-Landkreise bieten Raum zum Durchatmen, "ohne dass man die Nähe zur Wirtschaftsmetropole spürt", beschreibt Almut Boller, Geschäftsführerin der Taunus Touristik Service. Die Gesellschaft will helfen, Wanderer zu gewinnen. Vor allem für Wochenenden, wenn die Betten selten von Geschäftsleuten belegt sind.

Waldhotel-Besitzer Christoph Speier ist einer von 20 Hoteliers im Taunus, die das Siegel "Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland" an der Eingangstür befestigen dürfen. In New York hat er studiert, in Kelkheim seine Kindheit verbracht. "Ich bin im Wald groß geworden", sagt Speier. Das war zwar kein Kriterium, klingt aber kompetent.

Wanderer sind - wie Geschäftsreisende - anspruchsvolle Hotelgäste, sagen die Touristiker. "Ebenso sorgfältig wie Kleidung wählen sie ihre Unterkunft", meint Expertin Boller. Die einfache Bleibe sei passé. Wer den ganzen Tag zu Fuß unterwegs war, wolle abends gepflegt relaxen. Regionaltypische Gerichte genießen. Familiär und freundlich unterhalten werden.

Der Wanderer hat ähnliche Bedürfnisse wie der Business-Man, der nach einem Meeting-Marathon müde in den Clubsessel fällt oder in die Jogginghose steigt. Ruhige Lage und schöne Landschaft wollen beide sowieso. Hotelier Speier ist überzeugt, dass die Zielgruppen sich vertragen. Sie würden sich nicht wie Wellness-Fans und Familien mit Kindern reiben. Die Touristiker hoffen sogar auf gegenseitige Befruchtung: Wanderer, die abends am Kamin von ihren Erlebnissen vorschwärmen, bringen womöglich so manchen auf den Geschmack.

Regionalpark, Bonifatiusroute - noch steigern beschilderte Wanderwege allein nicht die Übernachtungszahlen. Momentan werden die Felder und Wälder zwischen Feldberg und Main vor allem von Tagestouristen besucht, deren Kaufkraft laut Boller nicht zu unterschätzen ist: "Sie geben im Schnitt pro Tag 30 Euro aus." Ohne Shopping-Tour.

Um die Wirtschaft zu fördern, will die Touristik Service den Bogen möglichst weit schlagen: von Bad Camberg bis Bad Nauheim. "Der Taunus wächst." Für das Gütesiegel müssen Gastgeber auch bereit sein, das Gepäck der Wanderer von A nach B zu bringen. Schließlich führt der Fernwanderweg von Sizilien bis zum Nordkap durch den Taunus.

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