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Dorfladen in Nöten

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Für die Bewohner Wildsachsens ist er ein Gewinn, doch die Hofheimer Stadtkasse verbucht mit dem Dorfladen ein immer größeres Verlustgeschäft. Von Barbara Helfrich

Von Barbara Helfrich

Der Dorfladen in Wildsachsen bleibt am Tropf der Stadt. Der Magistrat will ihn sogar noch stärker als bisher subventionieren. Weil der Laden sich nicht trägt, soll seinem Betreiber, der Selbsthilfe im Taunus (SiT), die Miete für die Räume in dem städtischen Gebäude erlassen werden. Außerdem schlägt der Magistrat vor, dass die Kommune Renovierungskosten in Höhe von 25.000 Euro übernimmt, für die ursprünglich die SiT aufkommen sollte. Der monatliche Zuschuss von 1500 Euro, den die Stadt der SiT seit Eröffnung des Dorfladens vor zwei Jahren zahlt, soll unverändert bleiben.

Dennoch würde der SiT noch immer ein monatliches Minus von 500 Euro bleiben, rechnet die Stadtverwaltung in einer Vorlage vor, die nun im Ausschuss beraten werden soll.

Der Wildsachsener Dorfladen schreibt rote Zahlen, obwohl der Umsatz die Erwartungen übertrifft. Er liegt mit 15.000 Euro monatlich fast doppelt so hoch wie ursprünglich von der SiT kalkuliert. Deutlich über dem Plan liegen jedoch auch die Personalkosten, und das reist die Finanzlücke, die jetzt die Stadt stopfen will, um den Dorfladen zu retten.

Die SiT beschäftigt im Dorfladen überwiegend Arbeitslose, die sie qualifizieren will. Sie hatte kalkuliert, monatlich rund 800 Euro Lohn selbst zahlen zu müssen. Die übrigen Personalkosten sollten über öffentliche Zuschüsse gedeckt werden. Tatsächlich liegt der Anteil der SiT nun um gut 2000 Euro höher. "Die Lohnsubventionen sind gesunken", begründet SiT-Geschäftsführer Bernhard Fielenbach auf FR-Anfrage.

Zunächst waren einige öffentlich geförderte Stellen vakant, inzwischen schicken laut SiT-Projektleiter Ralph Delhees Arbeitsamt und Kreis jedoch genügend geeignete Bewerber. Einige haben laut Fielenbach den Sprung auf den Ersten Arbeitsmarkt schon geschafft.

Laut Stadt hat sich der Dorfladen zu einem überregionalen Modellprojekt gemausert und "gilt als Ortsmittelpunkt mit hohem Begegnungs- und Aufenthaltscharakter". Um die Nahversorgung zu sichern, will der Magistrat der SiT die Miete für den Laden so lange erlassen, bis sich "die wirtschaftliche Situation erheblich und nachhaltig verbessert".

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