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"Dirty Landing" für Merkel

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Von: Torsten Weigelt

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Der Verein "Für Flörsheim" veranstaltet eine Gegenkundgebung zur Eröffnung der Flughafen-Landebahn. Auch Bürgermeister Michael Antenbrink demonstriert mit, wenn die Kanzlerin am Freitag zur Einweihung kommt.

Die Fraport weiß, was sich gehört. Deshalb hat sie Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) für den kommenden Freitag zu ihrer „Happy Landing“-Party eingeladen, mit der der Flughafenbetreiber seine neue Nord-West-Landebahn offiziell eröffnet.

Doch für Antenbrink ist das kein Grund zu Feiern – im Gegenteil. Und so wird er auch nicht bei Sekt und Häppchen auf den Flughafenausbau anstoßen, sondern auf der anderen Mainseite unter dem Motto „Dirty Landing – Fluglärm macht krank“ dagegen demonstrieren.

Protest statt Sekt und Häppchen

„Wir haben uns noch nicht mit der Landebahn abgefunden“, sagt er. Und das will er gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins „Für Flörsheim“ deutlich machen. „Wir hoffen auf schönes Wetter“, sagt der Vereinsvorsitzende Hans Jakob Gall. Denn nur dann wird der Premieren-Flieger mit den Fraport-Oberen und deren Gästen – darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – über Flörsheim auf die neue Landebahn einschweben.

Ansonsten nimmt er die Route über Kelsterbach. Doch auch dafür haben die Flörsheimer vorgesorgt. „Wir filmen das Ereignis und werden es zeitversetzt auf einer Großbildleinwand präsentieren“, kündigt Hans Jakob Gall an.

Etwas zu sehen bekommen sollen aber auch die Insassen des Fraport-Flugzeugs. Die „Für Flörsheim“-Aktivisten haben ein 20 Meter langes Großplakat in Auftrag gegeben, das auf einem Zelt parallel zur Anflugroute auf dem Hertie-Gelände angebracht werden soll.

„Falls die Kanzlerin aus dem Fenster schaut, kann sie nicht daran vorbeisehen“, sagt Hans Jakob Gall. Denn über das Areal im Norden Flörsheim donnern die Flugzeuge in gerade einmal 250 Metern Höhe hinweg – der Frankfurter Messeturm misst sieben Meter mehr.

Mit ihrer Protestkundgebung wollen die Flörsheimer auf die massiven Gesundheitsschäden hinweisen, die der Fluglärm aus ihrer Sicht hinterlässt. Da helfe auch ein Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr nur bedingt, findet Gall. „Dafür wird es dann eine massive Verdichtung in den Stunden davor und danach geben“, befürchtet Gall.

Auch Mitstreiter aus dem Taunus sind willkommen

Er hofft, dass bis zu 1000 Menschen zum „Dirty Landing“ kommen. Ihre Unterstützung haben schon die Nachbarkommunen Hattersheim, Hochheim und Hofheim bekundet. Aber auch Mitstreiter aus dem Vordertaunus seien willkommen, wirbt Gall. Auch dort regt sich seit der Verlegung der Anflugrouten im Frühjahr bei Bürgern und Politikern Protest. „Die ganze Region sollte zeigen: Wir haben die Schnauze voll“, findet der 76-Jährige.

Doch bei aller Wut und allem Ärger. Der Kampf müsse ausschließlich mit friedlichen Mitteln geführt werden, betont Gall. Deshalb ist auch die Polizei eng in die Planung der „Dirty Landing“-Aktion eingebunden .

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