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Die Deutsche Börse verlängert ihren Mietvertrag bis 2038.

Wirtschaft 

Mietvertrag verlängert: Die Deutsche Börse bleibt bis 2038 in Eschborn

Die Deutsche Börse verlängert ihren Mietvertrag mit Eschborn bis 2038. Ursprünglich siedelte sie sich aus steuerlichen Gründen 2010 dort an.

Eschborn - Wer durch das größte Gewerbegebiet im Main-Taunus-Kreis streift, entdeckt viele Baukräne, viele Baustellen, eine kleiner werdende Zahl maroder Gebäude und zunehmend moderne Bürohäuser, die optisch herausragen. Das Gewerbegebiet Süd in Eschborn durchlebt einen Wandel. An vielen Altbauten schlägt die Abrissbirne zu. Innovativ gestaltete Türme wachsen empor. Mehrere 100 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren investiert.

"Zurzeit arbeiten 21 000 Menschen in Eschborn Süd", informiert die städtische Wirtschaftsförderung. "In den nächsten zehn Jahren könnten zusätzliche 5000 Arbeitsplätze entstehen." Allerdings seien zehn Jahre ein langer Zeitraum, weshalb bei Prognosen Vorsicht geboten sei. Die gesamtwirtschaftliche Lage spiele eine Rolle. "Nach aktuellen Vorhersagen sind die Konjunkturdaten eher rückläufig."

Eschborn profitiert von Deutscher Börse

Noch sieht es gut aus für Eschborn. Einer der jüngsten Neuzugänge sticht an markanter Stelle hervor: Elf Geschosse hat das 43 Meter hohe SAP-Gebäude an der Frankfurter/Sossenheimer Straße, an dem Glas dominiert - ein Hingucker. Der Software-Spezialist ist seit 2018 der prominente Nachbar des nebenan ansässigen Konzerns Ernst & Young, der unter anderem in den Sparten Wirtschaftsprüfung sowie Steuer-, Transaktions-, Unternehmens-, Management- und Rechtsberatung tätig ist.

Eschborn: Niedriger Hebesatz für Deutsche Börse

Architektonisch gehört auch der schwarz beherrschte Kubus der Deutschen Börse AG zu den Höhepunkten in der Eschborner Skyline. In dem rund 87 Meter hohen Büroturm ist der Konzern seit 2010 beheimatet. Allem Anschein nach fühlt sich das Dax-Unternehmen so wohl, dass es seinen Mietvertrag vorzeitig um 20 Jahre verlängerte. Ein Börsen-Sprecher sagte gestern auf Anfrage, der Konzern habe einen Kontrakt bis zum 31. Dezember 2038 unterschrieben. 

Dies sei eine für Eschborn gute Nachricht. Details zu den Vertragsmodalitäten nannte er nicht. Die Börse ist einer der bedeutendsten Gewerbesteuerzahler Eschborns. Sie zog Mitte 2010 aus Frankfurt in das eigens für sie entworfene Gebäude namens "The Cube", das mehr als 250 Millionen Euro kostete. Die Börse verließ Frankfurt im Wesentlichen aus steuerlichen Gründen.

Deutsche Börse: Steuerersparnis in zweistelliger Millionenhöhe

Eschborn hatte damals einen Gewerbesteuer-Hebesatz von 280 Punkten, Frankfurt lag bei 460. Der Konzern errechnete sich Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe, die sich aus dem Sprung über die Stadtgrenze ergeben.

Ein Düsseldorfer Immobilienfonds vermietete den Kubus, in dem rund 2500 Menschen arbeiten, zum 31. Juli 2010 an die Börse. Die Miete für das erste Jahr soll nach Angaben von Immobilien-Experten bei 13,8 Millionen Euro gelegen haben. 15 Jahre Mietdauer wurden vereinbart (mit der Option auf Verlängerung). Die Mieterin investierte 21 Millionen in Zusatzausstattungen. 

Zwar hat die Stadt Eschborn die Gewerbesteuer inzwischen erhöht. Der aktuelle Hebesatz von 330 gehört aber immer noch zu den niedrigsten Werten in der Region. Im Main-Taunus-Kreis sind Hochheim und Schwalbach (je 350 Punkte) am dichtesten dran.

Kürzlich trafen sich Börsen-Chef Theodor Weimer und Eschborns Bürgermeister Mathias Geiger. Was die beiden Führungskräfte besprachen, ist nicht bekannt.

Von Andreas Schick 

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