Hofheim

Protest, Terror, Frieden

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„Deutscher Herbst“ ist eine Veranstaltungsreihe überschrieben, die die Kulturwerkstatt im September und Oktober zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung organisiert. Dabei geht es unter anderem um RAF-Terror, gewaltfreie Kommunikation und Friedensforschung.

Es sind große Themen, die der Verein Kulturwerkstatt anlässlich des 25. Jahrestages der Deutschen Wiedervereinigung und dem friedlichen Verlauf der Revolution anpackt: Gewalt, Versöhnung und Frieden stehen im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe, die unter dem Titel „Deutscher Herbst“ im September und Oktober in Hofheim läuft.

Los geht es am Samstag, 20. September. Dann wird im Stadtmuseum die Ausstellung „Vom Nutzen zu zweifeln“ mit 15 Gemälden von Hagen Bonifer eröffnet. Eine anachronistische Reflexion nennt Bonifer seinen Bilderzyklus, der auf die geschichtliche Dynamik rund um den Tod Benno Ohnesorgs in Berlin im Jahr 1967 Bezug nimmt.

Einen Tag später, am 21. September, läuft im Cinepark-Kino im Chinon-Center der Film „Black Box BRD“, in dem Top-Manager der Deutschen Bank und politische Weggefährten von Wolfgang Grams über die Machtprobe zwischen Staat und Rote Armee Fraktion in den 1990er Jahren berichten. Fragen, die im Film gestellt werden und unbeantwortet bleiben, greift der Eppsteiner Autor Wolfgang Ullrich in seinem Roman „Im Kreis der 12 Apostel“ auf. Gemeinsam mit der Berliner Schriftstellerin und Weggefährtin von Alfred Herrhausen, Tanja Langner, wird das Thema bei einer Lesung am 23. September im Kellereigebäude von zwei Seiten beleuchtet.

Ponto und Herrhausen

In dem Theaterstück „Patentöchter“, das am 28. September in der Stadthalle Hofheim gezeigt wird, geht es um das RAF-Attentat auf Jürgen Ponto im Jahr 1977 und um den später aus einem Briefwechsel entwickelten Dialog von Angehörigen der Opfer- und der Täterseite.

Mit im Boot ist bei der Veranstaltungsreihe auch die Main-Taunus-Schule. Sie stellt ihr Foyer zur Verfügung, wo von 2. bis 16. Oktober die Wanderausstellung „Frieden geht anders“ zu sehen ist. Das Zentrum der Ökumene der evangelischen Kirche Nassau hat die Schau zusammengestellt. Sie richtet sich vor allem an jüngere Menschen und zeigt anhand von konkreten Konflikten, wie mit unterschiedlichen gewaltfreien Methoden Kriege verhindert oder beendet werden konnten.

Darum geht es auch bei einem Diskussionsabend am 5. Oktober in der Stadthalle. „Wie ist Frieden im Angesicht von Terror, Armut und Konflikten möglich?“ lautet die Frage, mit der sich die Teilnehmer auf dem Podium befassen werden. Mit dabei sind der Konflikt- und Friedensforscher Mohammad Heidari, Marcus Krüger vom Sozialbüro Main-Taunus, Wolfgang Buff vom Zentrum der Ökumene der Evangelischen Kirche Nassau, Thomas Meinhardt von der katholischen Friedensinitiative Pax Christi sowie der Mitbegründer von Attac Deutschland und Blockupy-Aktivist Werner Rätz. Als besonderen Gast kündigt die Kulturwerkstatt für den Abend den Karlsruher Poetry Slammer Ansgar Hufnagel mit seinem Beitrag „Ein Mensch ist ein Mensch“ an.

Mehr Informationen unter www.hofheimer-kulturwerkstatt.de und www.hofheim.de.

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