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Denkmalschutz und Familiensinn: Das Ehepaar Dörhöfer mit Kindern.
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Denkmalschutz und Familiensinn: Das Ehepaar Dörhöfer mit Kindern.

Flörsheimer Fachwerk

Denkmalschutz mit Salatöl

Das Weilbacher Ehepaar Dörhöfer saniert seine alte Hofreite in Eigenarbeit. Der Kreis hilft nun mit einem kleinen Zuschuss. Von Claudia Horkheimer

Von Claudia Horkheimer

Als Regina und Heiko Dörhöfer vor einem Jahr die Hofreite im Zentrum von Flörsheim-Weilbach kauften, malten sie sich nicht aus, welche Arbeit wirklich in dem beinahe 300 Jahre alten Objekt stecken würde. Bis vor etwa acht Jahren wurde hier noch Landwirtschaft betrieben. Danach stand das Anwesen leer.

"Auf irgendwelche Überraschungen stößt man immer", sagt Regina Dörhöfer. Beispielsweise waren die Holzbalken hinter den Kunststofffenstern verfault. "Wir haben ein ganzes Jahr lang nur entkernt", sagt die Journalistin und Mutter von zwei Kindern. Das Resultat: Auf dem 600 Quadratmeter großen Grundstück mit Wohnhaus, Scheune, Garage und drei Ställen herrscht Rohbau-Atmosphäre. "Für die Kinder ist das spannend", sagt die 29-Jährige mit Blick auf die Spielzeugbagger, die im Hof neben dem Bauschutt herumstehen. Ein paar Hühner picken dazwischen herum.

Für die Sanierung haben die Dörhöfers jetzt vom Main-Taunus-Kreis eine Denkmalförderung von 4600 Euro bekommen. Das seien etwa zehn Prozent der Mehrkosten, die durch den Denkmalschutz entstünden. Insgesamt wurden kreisweit 15 Objekte mit insgesamt 40.000 Euro gefördert. Wie die Teamleiterin Denkmalschutz, Astrid Heuschen, erklärte, kann jeder Eigentümer eines denkmalgeschützten Gebäudes einen Förderantrag stellen. Voraussetzung sei, dass das Vorhaben mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt ist.

Dies gestaltet sich manchmal schwierig, und allzu oft wird die Sanierung dadurch teurer. "Es sind so viele Kleinigkeiten zu beachten", sagt Regina Dörhöfer. Beispielsweise waren beim Dach, das sie mit den teureren Biberschwänzen decken mussten, Zahnleisten als Abschluss Pflicht. Bei anderen Dächern könne man Ziegel nehmen, die die Kante umschlössen.

Der Tierhandel hats billiger

Auch die Dachfenster waren "doppelt so teuer", weil sie nicht überstehen durften. Die Liste ließe sich fortsetzen. Manches war auch witzig. Beispielsweise brauchten sie Leinöl, um die Balken "anzufeuern", sagt Heiko Dörhöfer. Im Fachwerkhandel sei das aber sehr teuer. Deshalb kauften sie 60 Liter kurzerhand im Tierhandel, wo es günstig für Pferde angeboten wird. "Ist ja normales Salatöl."

Derzeit befüllt der 37-Jährige gerade die riesigen Löcher in den Fachwerkwänden des Obergeschosses mit Lehmputz. In den Wänden fanden sie manches alte Stück: Einen Lederschuh, Porzellanscherben, ein Stofftaschentuch. Ein Haufen trockener Füllmasse türmt sich im künftigen Wohnzimmer. Alles wird wiederverwendet.

"Wenn wird nicht das meiste selbst machen würden, könnten wir es uns nicht leisten", sagt Regina Dörhöfer. Dadurch dauert es aber länger bis zum Einzug die beiden rechnen damit, noch das ganze nächste Jahr auf der Baustelle zu verbringen.

Warum sie das alles überhaupt auf sich nehmen? Ganz einfach, erklären die beiden: "Wir wollten nie in einem Reihenhaus leben, und außerdem haben wir 20 Mutterschafe."

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