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Ein Modell des geplanten Hospiz.
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Ein Modell des geplanten Hospiz.

Main-Taunus-Kreis

Dalai Lama unterstützt Hospiz-Bau

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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"Kunto Sangmo" - unter diesem Namen will ein buddhistisch inspirierter Verein in Bad Soden ein Hospiz bauen. Den Segen des Dalai Lama hat das Projekt schon. Von Andrea Rost

Die alte Frau atmet schwer. Ihr Blick geht starr zur Decke. Plötzlich gleißendes Licht. Die Tür geht auf. Eine Putzfrau kommt, wischt mechanisch den Fußboden unter dem Bett der Sterbenden. Die Werbeagentur McCann Erickson hat den Spot gedreht. "Für ein Leben vor dem Tod" ist im Abspann zu lesen. McCann Erickson ist einer der Unterstützer des Hospizprojektes "Kunto Sangmo", das der Frankfurter Verein Lebens- und Sterbepraxis in Bad Soden am Taunus verwirklichen will.

"Voller Hektik, Unruhe und Kampf" sei das Sterben oft im Krankenhaus, sagt Dorothea Mihm. Die Frankfurterin ist Krankenschwester am Sankt-Katharinen-Hospiz und Initiatorin des Bad Sodener Hospizprojektes. "Bei uns soll das anders sein. Wir möchten unheilbar kranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase individuell betreuen, ihnen die Angst vor dem Tod nehmen und die Möglichkeit geben, ihr Leben in Würde zu Ende zu bringen." Nationalität, Glauben oder sexuelle Identität sollen nicht darüber entscheiden, wer ins Hospiz aufgenommen wird.

Offen für alle Religionen

"Seelsorger aller Religionen werden bei uns ein- und ausgehen. Jeder Patient kann die spirituelle Begleitung bekommen, die er möchte", sagt Mihm. Als einziges Hospiz in Europa erhält Kunto Sangmo ideelle Unterstützung vom Dalai Lama. Dorothea Mihm, die ihre persönlichen Wurzeln im Buddhismus gefunden hat, hat sich dafür eingesetzt. Geldgeber für das Millionen-Projekt sind bereits gefunden: Das Schweizer Architekturbüro TecArchitecture und die King Kamehameha AG mit Sitz in Frankfurt, die Clubs in Frankfurt, Offenbach, Köln und auf Mallorca betreibt, werden den Bau des Hospizes in Bad Soden finanzieren.

Entstehen soll das Haus für Sterbende auf einer Wiese am kleinen Hetzel, wenige hundert Meter von den Main-Taunus-Klinken entfernt. Baubeginn soll im Herbst 2009 sein. Bereits vereinbart ist die Zusammenarbeit mit dem palliativmedizinischen Zentrum der Kliniken. Darüber hinaus sollen im Hospiz alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Bachblüten-Therapie oder autogenes Training zur Anwendung kommen, und es wird Meditation und psychologische Begleitung für Patienten und Angehörige geben. "Wir wollen ein offenes Haus sein", betont Dorothea Mihm. Besucher könnten sich rund um die Uhr im Hospiz aufhalten, auch Haustiere würden in das Pflegekonzept eingebunden.

Das architektonische Design für Kunto Sangmo hat Sebastian Knorr vom mehrfach preisgekrönten Schweizer Architektenbüro Tec-Architecture entworfen. "Natürliche Gestaltung und ein emotional berührendes Ambiente" solle es verbinden. Fassade und Fenster der futuristisch anmutenden Gebäudekörper sind fließend geformt. Kalksandstein, Holz, Beton und Glas sind dominierende Materialien. Das begrünte Dach ist von den Patientenzimmern aus zu erreichen. Riesige Sonnensegel spenden Schatten.

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