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Comedy mit Pfiff

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Bernhard Westenberger (43)  hat mit  seinem Geschäftspartner Hans-Jürgen Mock ein  neues Projekt in Kriftel.
Bernhard Westenberger (43) hat mit seinem Geschäftspartner Hans-Jürgen Mock ein neues Projekt in Kriftel. © Schick

Die Betreiber des Hattersheimer Posthofs planen in Kriftel eine weitere Spielstätte?- in einer Halle, die sie von Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner mieten.

Von Barbara Helfrich

Comedian Bernhard Westenberger ist Feuer und Flamme für das Projekt, die ehemalige Graupappe-Fabrik an der Grenze von Hofheim und Kriftel in ein Theater umzubauen. „So eine Chance bietet sich nur einmal“, sagt der Komiker aus Kriftel, der zusammen mit Hans-Jürgen Mock den Posthofkeller in Hattersheim und die Hofbühne in Hochheim betreibt.

Vor einem guten halben Jahr hatten die beiden nach eigenen Angaben die Idee, hinter der markanten geschwungenen Backsteinfassade einen Kulturbetrieb aufzuziehen. Jetzt sind die Pläne fürs „Show-Spielhaus“ spruchreif. Schon im Februar soll der Umbau der Fabrikhalle zu einem Veranstaltungsraum mit Platz für knapp 200 Gästen beginnen, in der zweiten Jahreshälfte soll Eröffnung gefeiert werden. Den Posthofkeller wollen Mock und Westenberger weiterführen wie gehabt, die Hofbühne im Hochheimer Hof aber im April aufgeben – „schweren Herzens“, sagt Westenberger. An Publikum habe es in Hochheim nicht gefehlt, betont er. Doch drei Spielstätten seien zu viel: „Wir wollen uns nicht verzetteln.“

Der Hattersheimer Posthofkeller und das geplante Show-Spielhaus sollen sich ergänzen, erläutert Westenberger, der mit seinem Programm „Bis einer weint“ derzeit in der „Kabarett-Bundesliga“ bei deutschlandweiten Gastspielen gegen 13 weitere „Stars von morgen“ antritt. Derzeit steht er auf im Comedy-Wettstreit auf Tabellen-Platz sechs.

Auf der Posthofbühne könnten höchstens vier Personen gleichzeitig auftreten, in der Fabrikhalle soll eine 14 Meter breite Bühne Platz für bis zu zehn Künstler bieten. „Nicht ausschließlich Comedy“ soll in der umgebauten Fabrikhalle zu sehen sein. Auch „ernstes Theater“ und Aufführungen für Kinder und Jugendliche planen Westenberger und Mock. Vorstellungen an fünf Tagen pro Woche schweben ihnen vor. Die Fabrikhalle neben dem Krifteler Alnatura-Markt an der Kapellenstraße mieten Westenberger, Mock und ein dritter, ungenannter stiller Teilhaber von Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner.

Schon dessen Großvater Heinrich hatte in der Halle eine Graupappe-Fabrik betrieben, die Mitte der 1970 Jahre geschlossen wurde. Danach mietete die Firma Polar-Mohr das Gebäude lange Zeit an und nutzte sie bis ins vorige Jahr für unterschiedliche Zwecke.

Das Fabrikareal rund um die Halle liegt seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf – notgedrungen: Weil die umstrittene Umgehungsstraße B?519 über das Grundstück führen würde, gilt eine Veränderungssperre. Die Halle selbst wird von der geplanten Trasse nicht tangiert. Für ihren Umbau ist aber ein Antrag auf Nutzungsänderung nötig. „Geht dieser bei uns ein, wird das Amt für Straßen- und Verkehrswesen gehört. Es muss als Planer der B?519 sein Einverständnis erklären“, so Kreis-Sprecher Johannes Latsch gestern auf FR-Anfrage.

Der Backsteinbau ist mehr als 100 Jahre alt und steht unter Denkmalschutz. Westenberger, Mock und ihr Teilhaber wollen rund 500000?Euro investieren, unter anderem für Sanitärräume, Küche und Heizung.

Kriftels Bürgermeister Christian Seitz (CDU) haben Westenberger und Mock nach eigenen Angaben schon früh in ihre Pläne eingeweiht. Demnächst wollen sie auch mit Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) sprechen: Die Spielstätte an der Gemarkungsgrenze solle auch der „Verständigung“ zwischen beiden Kommunen dienen, so Westenberger. Diese sind sich vor allem wegen der Pläne für die B?519 nicht grün.

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