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Comedy in der Fabrik

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Von: Andrea Rost

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Hofheim/Kriftel Das neue Showspielhaus eröffnet am 19. Oktober

Die Grenze verläuft quer durch die Halle. Der Eingang zum neuen Showspielhaus in der Hattersheimer Straße ist in Kriftel, die Bühne steht in Hofheim. „Wir sind so etwas wie der Checkpoint Charly im Main-Taunus-Kreis“, sagt Hans-Jürgen Mock und lacht. Was könnte besser zur „Versöhnung“ der beiden einander nicht immer wohlgesonnenen Nachbarkommunen beitragen, als ein Theatersaal, in dem vor allem viel gelacht werden soll?

Hans-Jürgen Mock, der Hofheimer Stückeschreiber und Regisseur und Bernhard Westenberger, der Krifteler Comedian, den man nicht zuletzt wegen seiner Auftritte im Quatsch-Comedy-Club deutschlandweit kennt, werden das Showspielhaus Main-Taunus Mitte nächster Woche eröffnen. Die beiden kennen einander seit vielen Jahren – von der Zusammenarbeit im Hattersheimer Posthofkeller und auf der Hochheimer Hofbühne. Und sie können sich, wie sie sagen, blind aufeinander verlassen. Nur so ist es zu erklären, dass Westenberger und Mock neun Tage vor der Eröffnungsgala entspannt inmitten einer Großbaustelle stehen und trotz des um sie herum herrschenden Chaos so gar nicht nervös wirken. „Das wird alles fertig“, sagt Westenberger. „Und was nicht fertig ist, wird am Eröffnungsabend gut versteckt.“

In der Backsteinhalle mit den riesigen Glasbausteinfenstern, die einst Teil der Papiermühle am Schwarzbach war, wird gesägt, gehämmert und gebohrt. Es riecht nach Holz und frischer Farbe. Wie alles werden soll, kann man durchaus erkennen: Auf der Bühne fehlen zwar noch Tonanlage und Beleuchtung, aber die ersten Kulissen stehen schon. Wie eine riesige Treppe steigt der Zuschauerraum vom Parkett zum Foyer hin an. Auf vier Podesten wird das Publikum sitzen. 199 Plätze hat das Haus.

Die Möbel – Stühle, Bänke und Tische – werden im Laufe dieser Woche geliefert. „Wir sind ein Verzehrtheater“, erklärt Westenberger. „Bei uns können die Gäste nicht nur im Restaurant sondern auch während der Vorstellung essen.“

Das Programm für die nächsten Wochen steht. Es ist eine Mischung aus Eigenproduktion des Posthofkeller-Ensembles und Gastspielen bekannter Kabarettisten, Comedians und Bands wie Tante Lilli und Herr Lüker, Jörg Knör, der Gruppe Ganz Schön Feist und des hessischsten aller Spaßmacher, Bodo Bach, der sich für zwei Abende angekündigt hat.

Werbung für ihr Showspielhaus machen Westenberger und Mock in der ganzen Region. 100000 Flyer haben sie schon verteilen lassen, in dieser Woche kommt Plakatwerbung im Main-Taunus- und Hochtaunus-Kreis und in der Frankfurter U-Bahn dazu. Mit dem Ticketvorkauf sind die beiden Theaterprinzipale „sehr zufrieden“. Über 3000 Karten seien bereits geordert, sagt Bernhard Westenberger. Die Eröffnungsgala am 19. Oktober ist restlos ausverkauft, ebenso der erste Abend mit Bodo Bach am 14. Dezember.

Dass der Start vom Fleck weg gelingt, ist allerdings auch Grundbedingung. Westenberger und Mock haben nach eigenen Angaben rund eine halbe Million Euro in den Umbau der 100 Jahre alten Backsteinhalle zum Veranstaltungssaal gesteckt. Und die Miete an den ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichter Lutz Wagner, dem das Gebäude gehört, will bezahlt werden. Da muss Geld in die Kasse kommen.

Westenberger und Mock sind optimistisch. Mit einem Durchschnittspreis von knapp über 20 Euro pro Ticket liege der finanzielle Aufwand für einen Abend im Showspielhaus nur wenig über dem eines Kinobesuchs, sagt Westenberger. Die Veranstaltungshalle inmitten der Rhein-Main-Region sei gut mit dem Auto und mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Parkplätze gebe es im Umkreis von ein paar hundert Metern mehr als genug. „Besser geht’s eigentlich nicht.“

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