Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eberhard Roth (rechts) und Kollegen helfen den Kindern bei ihren Schulaufgaben.
+
Eberhard Roth (rechts) und Kollegen helfen den Kindern bei ihren Schulaufgaben.

Hattersheim

Chancengleichheit von Anfang an

  • Kerstin Klamroth
    VonKerstin Klamroth
    schließen

Eine Bildungsoffensive soll Kinder der Siedlung fördern. Die Stadt Hattersheim hat sich dafür beim Landesprogramm zur Förderung des Gemeinwesens beworben.

Je besser die Schulbildung, desto besser die Chancen auf einen Arbeitsplatz. Dies ist nach Ansicht von Heike Bülter längst durch viele Studien erwiesen. Deswegen will die Leiterin des Stadtteilbüros in der Siedlung möglichst früh Kinder fördern. Mit einer „Bildungsoffensive“ soll die Chancengleichheit verbessert werden.

Dazu hat sich die Stadt, die 2012 unter den Rettungsschirm des Landes geschlüpft ist, beim Landesprogramm zur Förderung des Gemeinwesens beworben. Mit bis zu 70 000 Euro im Jahr kann das Land Hessen laut Satzung Kommunen unter die Arme greifen, deren finanzielle Lage angespannt ist und die in sozialen Brennpunkten das Zusammenleben der Menschen und die Integration von Migranten fördern wollen.

Das Projekt ist auf drei Jahre begrenzt. Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) ist zuversichtlich, dass der Antrag bewilligt wird und rechnet mit einem positiven Bescheid noch im Januar.

Die Siedlung in Hattersheim gehört zu den typischen Quartieren des sozialen Wohnungsbaus, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt haben. Die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau) wollte damals Wohnraum für Ausgebombte, Evakuierte und Flüchtlinge schaffen. Bezogen auf die Kernstadt leben heute rund 15 Prozent der Bevölkerung in dem Gebiet zwischen Südring, Hessendamm, Eisenbahnlinie und dem Eisernen Steg. Viele von ihnen haben einen Migrationshintergrund, sind arbeitslos oder alleinerziehend.

„Nicht der Ort, nicht die soziale Situation und auch nicht das Einkommen sollen entscheidend dafür sein, welchen Schulweg ein Kind einschlägt“, sagt Bülter. Um die Bildungschancen zu erhöhen, müssten die Kinder früh, möglichst schon vor dem Eintritt in die Schule, gefördert werden, in jedem Fall sobald man Defizite erkenne. Wie das im einzelnen aussehen soll, wollen die Mitarbeiter des Stadtteilbüros nach Bedarf entscheiden, wenn das Projekt bewilligt ist. Das fertige Konzept sollen dann die Stadtverordneten beschließen. Das Stadtteilbüro will mit verschiedenen Einrichtungen zusammenarbeiten, darunter Familienhebammen, Krabbelgruppen, Kindergärten oder der Musikschule.

Einst galt die Siedlung als sozialer Brennpunkt, doch die Bewohner sind inzwischen stolz auf ihren Wohnort. „Da ist viel Vertrauen gewachsen“, weiß Bülter, die seit 15 Jahren im Stadtteilbüro arbeitet. Das Büro, das im Rahmen des Projektes Soziale Stadt gegründet wurde, hat es sich gemeinsam mit der Hawobau seit zur Aufgabe gemacht, sozialen Sprengstoff zu entschärfen. Als eine der ersten Kommunen bildete Hattersheim sogenannte Integrationslotsen aus, Menschen mit Migrationshintergrund, die ehrenamtlich zum Beispiel bei Behördengängen helfen und bei Konflikten vermitteln. Dieses Hattersheimer Modell hat inzwischen viele Nachahmer im Main-Taunus-Kreis gefunden.

Auch das Projekt „Essbare Siedlung“ hat den Zusammenhalt gefördert: Menschen unterschiedlicher Generationen und Herkunft legten zwischen den Wohnbauten Gärten an und pflegten sie gemeinschaftlich. Dafür gab´s 2014 den Gartenpreis des Bundeswettbewerbs „Entente Florale“ in Höhe von 1500 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare