Eppstein

Surfen mit Lichtgeschwindigkeit

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Alle Haushalte von Eppstein sollen Anschluss ans Glasfasernetz bekommen.

Eppstein könnte eine der ersten Gigabit-Städte in Hessen werden. Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser will in der 14 000-Einwohner-Stadt im Main-Taunus-Kreis flächendeckend Glasfaserleitungen ausbauen und damit auch allen Privathaushalten den Anschluss an superschnelles Internet ermöglichen. „Mit Übertragungsraten bis zu 1000 Megabit würde Eppstein dann jede Millionenstadt überholen“, sagte Mirko Tansjek von der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser gestern vor Journalisten. „Surfen mit Lichtgeschwindigkeit wäre möglich.“

Voraussetzung dafür, dass die Deutsche Glasfaser das Netz in Eppstein ausbaut, ist, dass mindestens 40 Prozent der Haushalte einen Vertrag mit dem Internetanbieter abschließen. Zwei Jahre müssen sie dabeibleiben, die Konditionen sind marktüblich.

Bis 25. März 2019 haben die Bürger Zeit, sich zu entscheiden. So lange läuft die sogenannte Nachfragebündelung der Deutschen Glasfaser. Start ist am 30. November. Ab dann könnten auf der Internetseite der Deutschen Glasfaser alle Details zum Netzausbau in Eppstein nachgelesen werden, sagte Tansjek. Seinen Angaben zufolge müssen die Bürger, die sich in den ersten vier Monaten für den Anschluss ans Glasfasernetz entschließen, nichts für die Netzinfrastruktur bezahlen. Auch auf die Kommune kämen keinerlei Kosten zu. Wer später dazustoße, für den würden 750 Euro an Anschlussgebühren fällig. Die Deutsche Glasfaser kümmere sich um die kompletten Tiefbauarbeiten. Um einen Anschluss zu jedem Haus in allen fünf Eppsteiner Stadtteilen zu legen, müssten rund 200 Kilometer Bürgersteige aufgegraben werden. Pro Stadtteil sei eine Technikstation – etwa in Größe einer Garage – als zentraler Knotenpunkt vorgesehen, von dem aus die Glasfaserstränge in die einzelnen Straßenzüge geführt würden, sagte Mirko Tansjek. Dazu kämen diverse Verteilerstationen, die unterirdisch verlegt würden.

Dass der Anbieter von Highspeed-Internet für sein neuestes Ausbauprojekt ausgerechnet Eppstein ausgewählt hat, liegt an der Nähe der Stadt zum Glasfaser-Hauptstrang, der von Frankfurt nach Köln verläuft und entlang der Autobahn A3 verlegt ist. „Da sind die Wege kurz“, sagte Mirko Tansjek.

Eppsteins Bürgermeister Alexander Simon (CDU) sprach gestern von einen „Jackpot“ für die Stadt. Highspeed-Internet sei nicht nur für Unternehmen in Gewerbegebieten ein wichtiger Standortfaktor, auch immer mehr Privatleute machten einen Umzug oder Hauskauf davon abhängig. Zwar habe der Main-Taunus-Kreis mit seiner Brandband-Offensive die Übertragungsgeschwindigkeiten in den Kommunen deutlich erhöht. „Jetzt wollen wir in Eppstein aber einen Schritt weitergehen und die Stadt in dieser Hinsicht zukunftssicher machen.“

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