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Die Hattersheimer Stadthalle ist seit 2014 geschlossen.

Stadtentwicklung in Hattersheim

Sanierung der Hattersheimer Stadthalle beginnt

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Die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Stadthalle in Hattersheim (Main-Taunus-Kreis) wird voraussichtlich 5,2 Millionen Euro kosten. Bund und Land helfen bei der Finanzierung.

Noch deutet nichts darauf hin, dass es mit der Sanierung der Hattersheimer Stadthalle bald losgehen soll. Die Türen sind fest verschlossen, denn es gibt eklatante Sicherheitsmängel in dem Bau, den Architekten des Büros Novotny und Mähner in den 1970er Jahren hochgezogen haben. Das Dach ist marode, die Fassade ungedämmt, Elektrik und Heizungsanlage funktionieren nicht mehr, die Statik muss überprüft werden. Seit 2014 wird das marode Gebäude am Karl-Eckel-Weg nicht mehr genutzt. Nur für ein paar Monate diente die Halle 2015 nochmals als Flüchtlingsunterkunft. In den Jahrzehnten davor hatten sich nicht nur die örtlichen Vereine in der Stadthalle getroffen, das städtische Gebäude bot auch Platz für Messen und Ausstellungen und beherbergte jahrelang das Weihnachtsvarieté „Christmastime in Hattersheim“. 

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) will sein Versprechen wahrmachen. Die Stadthalle solle 2020 wiedereröffnet werden, hatte er bereits kurz nach seiner Wahl zum Rathauschef angekündigt. „Das wollen wir auch schaffen“, bekräftigte er jetzt im Gespräch mit der FR. Architekt und Projektsteuerer, die sich um die Sanierung kümmern sollen, seien bereits beauftragt. In wenigen Wochen sollen auch die einzelnen Gewerke ausgeschrieben werden. Dann können die Handwerker loslegen. 

Als größte Herausforderung nennt Schindling den Umstand, dass die Hattersheimer Stadthalle nach einem Hinweis aus der Bevölkerung 2013 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Der finanzielle Aufwand, der bei der Sanierung betrieben werden müsse, sei damit deutlich höher. „Wir müssen das Gebäude so erhalten, wie es vor 50 Jahren geplant wurde und können nur im Bestand sanieren“, sagt Schindling. „Das macht es um einiges teurer.“ 

Zurzeit geht man im Bauamt von Gesamtkosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro aus. 1,9 Millionen Euro stellen Bund und Land aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) für die energetische Sanierung bereit. 500 000 Euro hatte Gerd Herbert zweckgebunden für die Revitalisierung der Stadthalle gespendet; für den mittlerweile verstorbenen Bäcker aus Eddersheim soll im Foyer eine Gedenktafel angebracht werden. 

Klaus Schindling will die Halle wieder für Vereine, für Familienfeiern und mittelfristig auch für Messen und Kongresse öffnen. Stadtparlament und Ausschüsse sollen ebenfalls bald wieder in den Räumen tagen. 

Gesucht wird außerdem ein Gastronom, der sich, wie in der Vergangenheit, um die Bewirtung der Stadthallebesucher kümmert. Die Stadt Hattersheim will die Halle weiterhin selbst betreiben. Die Suche nach einem Investor war in der Vergangenheit erfolglos geblieben. 

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