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Hier soll das Wohngebiet "An der Ölmühle" entstehen. (Archivbild)

Hattersheim

Mit Ölmühle und Phrix Richtung 30 000 Einwohner

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Im kommenden Jahr sollen in Hattersheim (Main-Taunus) neue Wohngebiete in Angriff genommen werden. Ganz oben auf der Agenda steht das geplante Wohngebiet "An der Ölmühle".

Den Beginn einer neuen Bauzeit hat Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) bei seiner traditionellen Jahrespressekonferenz zur Lage der Stadt angekündigt. Die mit ihren inzwischen 28 700 Einwohnern ohnehin am stärksten wachsende Kommune im Main-Taunus-Kreis soll auch 2019 und in den Folgejahren weiteren Menschen Lebensraum bieten. Ganz oben auf der Agenda steht das geplante Wohngebiet „An der Ölmühle“, es soll bei Fertigstellung etwa 900 Menschen eine neue Heimat bieten. Die Entwicklung des Geländes der ehemaligen Papierfabrik Phrix im Ortsteil Okriftel steht mit rund 250 Wohneinheiten für bis zu 600 Bewohner in den Planungsbüchern, das ebenfalls angedachte Gebiet „Sarotti 2“ könnte weitere 800 Menschen aufnehmen. 

Noch sind die Formulierungen vage, in Sachen Phrix könne mit dem Beginn der Bauarbeiten in 2019 „gerechnet werden“, heißt es in der offiziellen Verlautbarung aus dem Rathaus, an der Ölmühle werde der Beginn der Bauarbeiten für „Mitte 2019 angestrebt“. Der Investor, die Kelkheimer Projektverwaltungsgesellschaft Horn 2 mbH & Co. KG um Günter Horn steht in den Startlöchern, Bürgermeister Schindling träumt schon vom „Hattersheimer Landbier“, das in der Ölmühle Wanderern und Radlern entlang der Regionalparkroute serviert werden könne. Gastronomie mit Privatbrauerei, das ist nur eine Vision mit Blick auf die Zukunft des Kulturdenkmals Ölmühle, die als Zentrum des geplanten Wohnquartiers vorgesehen ist. Die förmliche Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes stehe bevor, heißt es.

Shuttle-Bus zum Flughafen

Noch stehen bis zu 1000 Autos auf dem großen Parkplatz zwischen Hessendamm und Schwarzbach, ein Shuttle-Bus bringt Langzeitparker von dort zum Frankfurter Flughafen. Das städtebauliche Konzept sieht auf dem 3,9 Hektar großen von der Bahn-Tochter Aurelis erworbenen Plangelände 360 Wohnungen vor, vier Baufelder für Miet- und Eigentumswohnungen in drei- bis maximal fünfgeschossigen Gebäuden. Die angeführten 20 Sozialwohnungen mit Mietpreisbindung würden die Gesamtzahl solcher Wohnungen in der Stadt nicht erhöhen, „dafür fallen andere aus der Bindung“, so Schindling. Keine Kommune im Main-Taunus-Kreis biete mehr als Hattersheim mit etwa 800 Sozialwohnungen im Bestand. Dieses Feld dürften auch die Nachbarn bestellen.

Der Investor nennt für das Ölmühlen-Quartier einen Anteil von 60 Prozent Mietwohnungen, die Alte Leipziger werde diese im Bestand übernehmen und dem Vernehmen nach im Segment „bezahlbarer Wohnraum“ vermarkten. Schindling nennt eine voraussichtliche Kaltmiete von „zehn bis elf Euro pro Quadratmeter“. Die Planung sehe eine „klare und robuste städtebauliche Grundstruktur vor“, so der Rathauschef. Als „Entrée“ ins Quartier diene die Weiterführung der geschützten Wasserwerkchaussee mit ihrem beidseitigen Baumbestand bis zum Schwarzbach. In allen vier Baufeldern werde es Tiefgaragen für die Bewohner geben, oberirdische Stellplätze für Besucher seien nur in geringer Zahl vorgesehen.

Die Entwicklung der ehemaligen Phrix-Papierfabrik stelle vor allem für Okriftel eine „bedeutende städtebauliche Maßnahme dar“, sagt Klaus Schindling über die vorgesehene „gemischt genutzte Neubebauung“ des Areals. Eigentümer ist die Prinz-von-Preußen-Grundbesitz AG, die angeblich bis zu 120 Millionen Euro in das Projekt „Main Riverside Lofts“ auf dem frühere Fabrikareal am Fluss investieren will, um aus dem heruntergekommenen Industrieensemble ein modernes Wohn- und Geschäftsviertel zu machen. 

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