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Die vorhandenen Schwimmbäder im Main-Taunus-Kreis können den Bedarf nicht decken.

Stadtentwicklung in Kriftel

Neues Hallenbad soll in Kriftel stehen

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Der Main-Taunus-Kreis will eine zweistellige Millionensumme in das Schwimmbad-Projekt an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel investieren.

Im Landratswahlkampf hatte Michael Cyriax (CDU) den Bau eines Kreishallenbads im Main-Taunus-Kreis erstmals zur Sprache gebracht und niemand hatte daran gezweifelt, dass ein weiteres Bad im Landkreis dringend nötig ist. Vor allem für den Schulsport reichen die Kapazitäten in den drei Bädern in Hochheim, Hofheim und Eschborn längst nicht aus.

Jetzt ist eine Grundsatzentscheidung zum Standort gefallen: Das neue Kreishallenbad soll an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel gebaut werden. Der Kreisausschuss habe der Empfehlung einer Machbarkeitsstudie zugestimmt, teilte Cyriax mit. Endgültig werde darüber das Kreisparlament befinden. 

Kriftel hat viele Standortvorteile 

Das Bad soll mit einem 25-Meter-Becken und sechs Bahnen ausgestattet werden, außerdem ein Lehrschwimmbecken bekommen. Es wird vor allem dem Schul- und Vereinssport vorbehalten sein. Für den Standort in Kriftel sprechen der Studie zufolge die zentrale Lage im Kreis mit guten Straßenverbindungen und zwei Bahnhöfen in rund einem Kilometer Entfernung. Das Grundstück sei ausreichend groß und es könnten auch Synergieeffekte mit der benachbarten Berufsschule genutzt werden, etwa bei der Energieversorgung.

Die genauen Kosten des Projekts müssen nach der Machbarkeitsstudie des Büros „kplan“ noch ermittelt werden. Vermutlich würden aber Investitionskosten in zweistelliger Millionenhöhe fällig, teilte Cyriax mit. Die Kosten für Betrieb und Unterhalt würden sich auf mehrere Hunderttausend Euro pro Jahr belaufen. Im Jahr 2019 könnte die Detailplanung für das Projekt anlaufen. In Abstimmung mit der Gemeinde Kriftel müsse der bestehende Bebauungsplan geändert werden, um die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. 

Kapazitäten reichen für Schüler nicht aus 

Eine Umfrage des Kreises hatte ergeben, dass die drei vorhandenen ganzjährig nutzbaren Bäder – das Hochheimer Hallenbad, die Rhein-Main-Therme in Hofheim und das Eschborner Wiesenbad – für den Unterricht bei weitem nicht ausreichen: „Das trägt dazu bei, dass immer weniger Kinder schwimmen können“, sagte Cyriax. Der Kreis als Schulträger müsse hier gegensteuern: „Das ist ein herausforderndes Projekt, für das wir auch viel Geld in die Hand nehmen müssen. Aber die Schüler und auch die Sportler sind es uns wert.“

Die Machbarkeitsstudie hatte verschiedene Standort- und Betriebsvarianten untersucht. Dabei kristallisierte sich heraus, dass sich das Zentrum des Kreises mit Hofheim, Kriftel und Hattersheim am besten eignet: In einem Umkreis von fünf Kilometern werden 12 000 Kinder im Kreis unterrichtet, das sind 44 Prozent der Schülerinnen und Schüler.

Cyriax zufolge wurden Varianten in verschiedenen Kommunen „vorbehaltlos und intensiv“ geprüft. Am Ende seien Kriftel, Hattersheim und Kelkheim übrig geblieben – unterm Strich habe dann das Gelände an der Konrad-Adenauer-Schule die Bedingungen am besten erfüllt.

Am Eschborner Wiesenbad soll unabhängig davon eine zweite Schwimmhalle gebaut werden, in der künftig ebenfalls Schulen und Vereine trainieren können. Das 15-Millionen-Euro-Projekt finanziert die Kommune weitgehend aus eigener Kraft.

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