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Das Medico-Palais in Bad Soden steht leer.

Bad Soden

Das Medico-Palais steht leer

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Das Jugendstilgebäude oberhalb des Alten Kurparks steht komplett leer. Wie es mit dem Palais weitergeht, ist noch nicht entschieden.

Die Bad Sodener Hautmedizin ist Mitte November in das neue Ärztehaus an den Kreiskliniken gezogen, eine andere Arztpraxis, die sich mit ästhetischer Dermatologie beschäftigt, hat das Medico-Palais Anfang November verlassen. Damit haben auch die letzten beiden Mieter dem Jugendstilgebäude oberhalb des Alten Kurparks den Rücken gekehrt. Das Medico-Palais steht jetzt komplett leer. Die Rollläden sind unten. Der Eingang ist fest versperrt.

Ende des Jahres wären ohnehin alle Mietverträge mit den Ärzten ausgelaufen, sagte Bad Sodens Bürgermeister Frank Blasch (CDU) der FR. Neu vermieten wolle die Stadt das historische Gebäude, das seit mehr als 30 Jahren in ihrem Besitz ist, nicht. „Das wäre nur ein Verlustbringer.“ Deshalb laufe zurzeit lediglich die Instandhaltung „auf niedrigem Niveau“.

Keine wirtschaftliche Nutzung möglich? 

Wie es mit dem Medico-Palais weitergeht, ist noch nicht entschieden. Schon vor Jahren hat das Parlament einen Grundsatzbeschluss gefasst: Das historische Gebäude sollte an einen Investor verkauft werden. 3,8 Millionen Euro hatten Gutachter als Verkehrswert ausgerechnet. Trotz zweier Bieterverfahren fand sich kein Käufer. Der Grund: Das Medico-Palais kann in seiner jetzigen Form nicht wirtschaftlich genutzt werden.

Auch die Stadt Bad Soden hatte jedes Jahr Zehntausende Euro zugeschossen, um den Betrieb für die Arztpraxen, die teilweise noch die Bad Sodener Sole verwendeten, aufrechtzuerhalten. Ein Hemmschuh beim geplanten Verkauf war auch der Bebauungsplan für den Burgberg aus dem Jahr 1995, der das gesamte Areal als „Sondergebiet Kur“ ausweist. Und das, obwohl der Kurbetrieb in Bad Soden längst eingestellt ist und auch das Thermalbad zugemacht hat.

Vor einem halben Jahr habe das Parlament deshalb einen neuen Bebauungsplan auf den Weg gebracht, der Wohnbebauung auf dem Burgberg zulasse, berichtete Blasch. Mitte 2019 soll der Plan als Satzung beschlossen werden, Ende kommenden Jahres könnte dann ein neues Verkaufsverfahren für das Medico-Palais beginnen. Bis dahin sollte auch die Denkmalschutzbehörde entschieden haben, wie das Jugendstilgebäude, das einst die Frankfurter Firma Philipp Holzmann gebaut hat, künftig genutzt werden kann und ob ein neues Gebäude hinter dem Palais errichtet und über eine Brücke damit verbunden werden darf.

Sollte sich am Ende kein Käufer finden, sei auch nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Bad Soden das Medico-Palais am Ende selbst nutze, etwa für Büros, sagte Bürgermeister Blasch der FR. Die Bad Sodener Sole werde künftig mit Sicherheit nicht mehr in das ehemalige Inhalatorium gepumpt. Genutzt werden solle sie aber weiterhin – und zwar im Solezerstäuberbrunnen, der unterhalb des H+-Hotels im Alten Kurpark gebaut wird. Das sei mit deutlich weniger Kosten verbunden, so Blasch.

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