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Renate Wolf (links)   erzählt im Frauensalon Niederhöchstadt aus ihrem Politikerinnenleben.
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Renate Wolf (links) erzählt im Frauensalon Niederhöchstadt aus ihrem Politikerinnenleben.

Frauensalon Eschborn

Bürgermeisterin spricht über starke Frauen

  • Christina Franzisket
    VonChristina Franzisket
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Im Frauensalon erzählt Eschborns Bürgermeisterin Renate Wolf von ihrem Weg in die Politik - und den damit verbundenen Kämpfen.

In ihnen stecken die Kämpferinnen von einst. Die zwanzig Damen, die im Frauensalon im Bürgerzentrum Niederhöchstadt an ihren Weingläsern nippen, haben sich für die Gleichberechtigung eingesetzt.

In ihrer Mitte sitzt Sulzbachs Bürgermeisterin Renate Wolf (SPD). Sie berichtet von ihrem Weg in die Politik und wie er sich für sie, als Frau, gestaltete. Bevor Wolf zu erzählen beginnt, mahnt sie: „Als Stadtverordnete in Wiesbaden habe ich viele Frauenthemen bearbeitet. An Solidarität der Männer fehlte es nicht, es waren oft Frauen, die mich dabei nicht unterstützen.“ Frauen müssten lernen, sich gegenseitig mehr zu unterstützen. Die Damenrunde nickt.

Wolf kam zur Politik, weil sie keinen Kindergartenplatz für ihre erste Tochter bekam: „Ich wollte nicht meckern sondern etwas tun. Es ging ja nicht nur mir so.“ Sie trat in die SPD ein und machte ehrenamtlich kommunale Politik im Ortsverein von Breckenheim, wo sie und ihre Familie wohnten.

Zwei Jahre später nahm sie an der Stadtverordnetenwahl in Wiesbaden teil. Sie sollte den Sitz mit der Nummer 38 bekommen: „Ich hätte nie gedacht, dass ich in die Sitzung einziehen würde.“ Die SPD gewann deutlich und Wolf bekam ihren Platz: „Ich fühlte mich als Vertreterin der Bürger. Ich dachte, ich bin nicht dümmer und nicht klüger als sie“, sagt sie. „Deshalb habe ich mir alles, was ich nicht verstand erklären lassen. Ich konnte ja nicht über etwas abstimmen, was ich nicht verstand.“

Sie verwischte Grenzen

So mancher Parlamentarier rümpfte wegen ihr die Nase. Wolf arbeitete weiter, Politik machte ihr Spaß. Sie engagierte sich im Frauenausschuss: „Wir mischen überall mit“, sagte sie damals zu den Kolleginnen. Sie verwischte Grenzen, „Männer- und Frauenthemen“ gab es bei ihr nicht.

Dass sie nach Sulzbach kam, nennt Wolf Schicksal. Zweimal trat sie dort bei der Bürgermeisterwahl an. Vor zwei Jahren gewann sie. Nach 30 Jahren CDU-Regierung übernahm sie, als erste Frau und als erstes SPD-Mitglied, das Rathaus in Sulzbach: „Als ich die Wahl 2003 verlor, waren die Bürger noch nicht bereit für eine Frau als Bürgermeisterin. Seitdem hat sich viel getan“, sagt sie. „Wir können dieses Amt genauso gut ausüben, wie die Männer.“ Die Damenrunde applaudiert und nickt.

„Der Frauensalon lädt Politikerinnen wie Wolf und andere erfolgreiche Frauen ein, um die Frauen zu stärken, nicht um gegen Männer zu wettern“, sagt Heidrun Du Bois.

Außerdem fehle es Frauen an Geschichte. Die sei, aufgrund der jungen Emanzipation, von Leistungen der Männer dominiert: „Deshalb suchen wir große Frauen aus der Geschichte heraus und stellen sie hier vor“, sagt Du Bois. Beim nächsten Treffen ist Loki Schmidt Thema.

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