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Bürger sollen mitreden

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Von: Andrea Rost

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Das Einkaufszentrum in der Homburger Straße.
Das Einkaufszentrum in der Homburger Straße. © FR/Schick

Damit der Hofheimer Norden nicht zum Problemstadtteil wird, startet dort das Projekt "Soziale Stadt". Als Erstes gibt's ein Stadtteilbüro. Von Andrea Rost

Mehrstöckige Wohnblöcke der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft stehen neben schmucken Einfamilienhäusern und Reihenhäusern mit gepflegten Vorgärten. Das Quartier nördlich und südlich der Zeilsheimer Straße ist nicht nur architektonisch, sondern auch vom sozialen Hintergrund seiner Bewohner her bunt gemischt: Gut ein Viertel der 4000 Menschen, die hier leben, stammen nicht aus Deutschland, etwa die Hälfte der Bewohner von Hofheim Nord sind entweder jünger als 16 oder über 60 Jahre alt. Ein Viertel lebt in Sozialwohnungen.

Von einem sozialen Brennpunkt will Susanne Groll, die im Hofheimer Rathaus für das Projekt Soziale Stadt zuständig ist, nicht sprechen. Doch die Mischung birgt Sprengkraft. Deshalb solle vorbeugend gearbeitet werden. "Wir wollen ein positives Image und eine neue Identität für den Stadtteil schaffen und alle Gruppen, die hier leben - auch Kirchengemeinden und Sportvereine - mitentscheiden lassen."

Stadtteilbüro kommt als Erstes

Den Partner, mit dem sie in dem aus Landesmitteln finanzierten Projekt zusammenarbeitet, hat die Stadt Hofheim in einer europaweiten Ausschreibung gefunden: Es ist die Projektentwicklungsgruppe der Nassauischen Heimstätte "Projekt Stadt" (NH), die zurzeit an die 100 Kommunen berät, darunter auch Städte in der Region - Raunheim, Bischofsheim oder Neu-Isenburg.

Erstes großes Ziel: Noch in diesem Jahr soll ein Stadtteilbüro in Hofheim Nord eröffnen - als Anlaufstelle und Treffpunkt für die Bürger. Später soll es um Nachbarschaftshilfe gehen, um Freizeitangebote für Jugendliche und Senioren, Kultur, um die Nutzung brachliegender Grundstücke und Ergänzungen in der Infrastruktur des Quartiers, dessen Zentrum momentan der Supermarkt in der Homburger Straße ist. "Wir wollen erreichen, dass sich die Menschen in Hofheim Nord wohlfühlen, dass es sich aus ihrer Sicht lohnt, hier zu wohnen", sagt Projektleiter Jan Thielmann, der für das Projekt ein Team von Fachleuten um sich geschart hat.

Dass ein erster Versuch der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft, das Quartier weiterzuentwickeln, vor knapp drei Jahren am Widerstand der Bürger gescheitert ist, findet Marion Schmitz-Stadtfeld, Politologin und Fachbereichsleiterin von NH Projekt Stadt nicht weiter schlimm. "Das zeigt, dass da Menschen leben, die sich für ihre Viertel interessieren. Darauf kann man aufbauen."

73 000 Euro hat Hofheim bisher aus Landesmitteln für das Projekt Soziale Stadt bekommen. 36 000 Euro muss die Stadt selbst zuschießen. Wie viel Fördergeld insgesamt fließt, hängt davon ab, welche Projekte in der nächsten Zeit in Angriff genommen werden.

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