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Mit 18,7 Millionen Euro belasten die Kreiskliniken den Haushalt für das Jahr 2014.
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Mit 18,7 Millionen Euro belasten die Kreiskliniken den Haushalt für das Jahr 2014.

Klinikfusion

Breite Mehrheit für Klinikfusion

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Michael Cyriax (CDU) appelliert an die Kreistagsfraktionen, der Klinikfusion zuzustimmen. Es gebe „mehr Chancen als Risiken“, ist der Landrat überzeugt.

Die Ausgangsbasis für den Zusammenschluss ist keineswegs rosig: „Trotz aller Anstrengungen arbeiten die Krankenhäuser in Bad Soden und Hofheim ebenso wie das Klinikum in Höchst unproduktiv, sind ineffizient und zu teuer“, sagte Landrat Michael Cyriax (CDU) gestern.

Dass eine Fusion die beiden Partner aus den tiefroten Zahlen bringen werde, sei deshalb alles andere als sicher. „Trotzdem müssen wir es probieren, die Chancen überwiegen die Risiken“, sagte Cyriax und appellierte an die Parlamentarier zuzustimmen, dass weitere Schritte in Richtung eines gesellschaftsrechtlichen Zusammenschlusses mit Höchst geprüft werden. Die Erwartungen seien hochgesteckt, die Zahlen der Unternehmensberatung KPMG „optimistisch“, räumte Cyriax ein. Allein könnten aber weder die Main-Taunus-Kliniken noch das Höchster Krankenhaus auf Dauer erhalten werden. „Der Trend geht zu Verbünden in kommunaler Trägerschaft.“

Zu einem führenden Anbieter in mehreren medizinischen Bereichen könne der neue Klinikkonzern werden, sagte Cyriax und nannte Geburtshilfe und Kinderklinik, Brustkrebszentrum, Geriatrie, Psychiatrie und Pankreas-Chirurgie als Beispiele, die, wenn sie gut ausgelastet sind, auch die Umsätze nach oben schrauben könnten.

Gelinge das nicht, müsse Personal abgebaut werden. Nicht durch betriebsbedingte Kündigungen, wie Cyriax betonte. „Aber die Mitarbeiter werden sich auf Veränderungen einstellen müssen.“ Als absolutes K.o.-Kriterium nannte der Landrat die Personalgestellungsverträge der Stadt Frankfurt, die über 800 Mitarbeiter an das Klinikum in Höchst binden. Sie müssten auf jeden Fall aufgelöst werden.

Zustimmung von der Opposition

Auch wenn Frankfurts Stadtverordnete das Thema Klinikfusion, über das sie zeitgleich mit dem Main-Taunus-Kreistag abstimmen sollten, zu diesem Zeitpunkt von der Tagesordnung genommen hatten, appellierte Bad Sodens Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) an die Fraktionen, den Beschluss einmütig zu fassen, um „mit starker Stimme auf Augenhöhe mit Frankfurt in die Verhandlungen zu gehen“.

„Wir wollen leistungsfähige und kostengünstige Kliniken in kommunaler Trägerschaft“, assistierte Dirk Westedt vom Koalitionspartner FDP. „Wenn die Fusion klappt, werden sich vielleicht noch andere anschließen.“

Zustimmung für weitere Verhandlungen mit Höchst gab’s auch von der Oppositionsbank. Die SPD votierte geschlossen für die Vorlage. Die wohnortnahe medizinische Versorgung stehe für seine Fraktion im Mittelpunkt, sagte Harald Schindler. Die vielen offenen Fragen zur Fusion sollten im Detail geprüft werden, forderten die Sozialdemokraten und setzten durch, dass dem Haupt- und Finanzausschuss laufend darüber berichtet wird. Bis auf einen Abgeordneten stimmten auch die Grünen zu. Bis zu 200 Millionen Euro müsse der Kreis noch zuschießen, ehe eine schwarze Null in Aussicht sei, rechnete Wolfgang Sietzy (Grüne) vor.

Mit Nein stimmten gestern nur die vier Abgeordneten der Links-Fraktion. Die Kliniken wie ein privates Unternehmen zu betrachten, das Rendite erwirtschaften müsse, sei falsch, sagte Fritz-Walter Hornung.

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