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Börse für die stillen Stars

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Die Ehrenamtsagentur des Main-Taunus-Kreises ist seit einem halben Jahr online. Die Vermittlung läuft noch etwas schleppend. Doch die Nachfrage nach Helfern steigt.

Von Claudia Horkheimer

Die Nachbarschaftshilfe in Hochheim will ihren Begleitdienst für Arzt- und Behördengänge ausbauen. Im Hofheimer Museum werden Aufsichtskräfte mit Interesse an Kunst und Geschichte gesucht und der Weltladen in Hofheim hat eine Stelle zur Führerin eines „Konsumkritischen Stadtrundgangs“ ausgeschrieben. Alle diese Jobs sind auf der Internetseite der Ehrenamtsagentur zu finden.

Seit einem halben Jahr ist das hessenweite Portal auch im Kreis erreichbar. Rund 40 Stellen sind aktuell ausgeschrieben – die meisten aus dem sozialen Bereich, doch das soll sich noch ändern. „Wir sind immer noch im Aufbau begriffen“, sagt Kreisreferentin Brigitte Hißnauer.

Für ihr Engagement in der Ehrenamtsförderung wurde sie zum 25. Dienstjubiläum unlängst von Landrat Berthold Gall (CDU) ausgezeichnet. Seit Monaten trifft sich Hißnauer mit Vereinsringen, Ämtern und Institutionen, um die Agentur bekannter zu machen. Bereits 864 Vereine haben sich mit ihren Kontaktdaten eingetragen. Doch nicht jeder Verein ist sofort bereit, den Mehraufwand auf sich zu nehmen, den die ständige Aktualisierung der Daten mit sich bringt. Sie verweisen auf ihre eigene Homepage – wozu also noch zusätzlich auf der Main-Taunus-Seite eintragen?

Für Hißnauer ist der Vorteil für die Vereine klar: Durch ein solches informelles Netzwerk könnten Kreis und Kommune Ehrenamtliche besser vermitteln. Denn es gebe viele Menschen, die keine Vereinsmitglieder sind und dennoch gerne ehrenamtlich tätig werden wollen. Die wüssten oft gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt. Seit Einführung der Ehrenamtsagentur habe die Zahl der Anfragen zugenommen. Derzeit gibt es 1169 Inhaber der Ehrenamtskarte, die den „stillen Stars“, wie Hißnauer sie nennt, Ermäßigungen einbringt und als Anerkennung gedacht ist. Doch es gebe weit mehr Ehrenamtliche.

Die direkte Vermittlung über die Stellenbörse läuft offenbar noch etwas schleppend, da sie noch nicht bekannt genug ist. So hat sich etwa im Hofheimer Museum noch niemand beworben. Leiterin Eva Scheid glaubt dennoch: „Die Börse ist eine gute Sache, um mehr Leute anzusprechen.“ Die Lebenshilfe hat gerade einen neuen Freiwilligen zum Vorlesen im Haus Walburga in Kelkheim gefunden. Ob der über die Agentur kam, weiß Gruppenleiterin Irmgard Trost Otto nicht zu sagen. „Man sollte die Plattform aber in jedem Fall nutzen.“

Kontakt: www.mtk.org/ehrenamt oder Telefon 06192/2011322.

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