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Blick nach Osten

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Von: Torsten Weigelt

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Die GIZ öffnet ihre Räume und zeigt 90 Kunstwerke aus Osteuropa.

Mit ihrem goldenen oder silbernen Hintergrund wirken sie wie klassische Ikonen. Doch es sind keine heiligen Männer und Frauen, die Tatiana Skalko-Karlowski auf ihren Bildern verewigt hat, sondern kleine Piepmätze und Pflanzen. Will sie damit die religiöse Tradition der Heiligenverehrung ironisieren – oder im Gegenteil die Anbetungswürdigkeit von Fauna und Flora deutlich machen? Die Antwort bleibt – schließlich handelt es sich um Kunst – dem Betrachter überlassen.

Die Bilder von Tatiana Skalko-Karlowski gehören zu insgesamt 90 Werken aus sieben osteuropäischen und zentralasiatischen Ländern, die derzeit in den Räumen der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Eschborn zu sehen sind. Und in ihrer Rätselhaftigkeit und der Verknüpfung von Tradition und Gegenwart stehen sie quasi idealtypisch für die meisten der ausgestellten Kunstwerke.

„In Osteuropa gibt es eine dynamische, vielfältige Kunstszene“, sagt Petra Skiba. Die freiberufliche Kunsthistorikerin ist zusammen mit ihrer Kollegin Henriette Mende für die Auswahl der Künstler für die GIZ-Ausstellung zuständig. Dabei arbeiten die beiden zum einen mit den Büros in den betreffenden Ländern zusammen – in diesem Jahr also mit denen in Russland, Kasachstan, der Ukraine, Aserbaidschan, Georgien, Armenien und Moldawien.

„Etwa die Hälfte der Künstler lebt noch in ihren Heimatländern“, sagt Petra Skiba. Die anderen folgen der Spur des internationalen Kunstmarktes. Und so mussten die beiden Kuratorinnen bei einigen der ausgewählten Malerinnen und Maler quasi nur vor die Haustür gehen. Wie bei Viktor Naimark. 1963 in Leningrad geboren und an der dortigen Kunstakademie ausgebildet, lebt er seit 1990 in Frankfurt. Mit seiner fantasievollen, symbolbeladenen Bildsprache ist er aber noch stark in östlichen Traditionen verhaftet.

Ganz anders Svetlana Samartseva – auch die seit 1990 Frankfurterin. Mit ihren Aquarellen von Main und Skyline sorgt sie für überraschendes Lokalkolorit.

Seit 15 Jahren präsentiert die GIZ einmal im Jahr eine Kunstausstellung. Dabei wird jedes Mal eine andere Weltgegend in den Blick genommen. Im vergangenen Jahr waren es asiatische Länder. „Voraussetzung ist, dass die GIZ in den entsprechenden Ländern tätig ist“, sagt Petra Skiba.

Die GIZ möchte mit ihrer Jahres-Ausstellung gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen biete die Schau die Möglichkeit, ein breites Publikum anzusprechen und die GIZ als offene Institution zu präsentieren. Zum anderen haben die Mitarbeiter die Möglichkeit einen Zugang zu Ländern zu bekommen, die sie aus eigener Anschauung nicht kennen, so Petra Skiba. Und einen ganz praktischen Aspekt gibt es auch. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, bekommt reichlich Auswahl geboten. „Alle Bilder stehen zum Verkauf“, wirbt Petra Skiba. Die Preise bewegen sich zwischen 200 und 4900 Euro.

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