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Schülerinnen als Pausenaufsicht: Kim Schulz und Lisa Hollemann (Mitte).
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Schülerinnen als Pausenaufsicht: Kim Schulz und Lisa Hollemann (Mitte).

Schüler als Pausenaufsicht

"Du bist nicht allein"

Einmalig im Main-Taunus-Kreis: Schüler der Hochheimer Heinrich-von-Brentano-Schule unterstützen Lehrer bei der Pausenaufsicht. Von Iris Schmellenkamp

Von IRIS SCHMELLENKAMP

Entschlossen gehen Anton (17), Dirk (17) und Florian (17) auf die Gruppe Jugendlicher zu, die etwas abseits des Pausenhofs steht. "Geht ihr bitte zurück auf das Schulgelände", fordern sie. Ein paar Meter weiter raufen sich zwei Schüler. Auch hier müssen die drei eingreifen. Sie tragen grüne Buttons, auf denen steht "Du bist nicht allein". Daran sollen ihre Mitschüler sie als Schülerpausenaufsicht erkennen.

Anfangs mangelte es an Respekt

Seit einem Monat gibt es diese im Main-Taunus-Kreis einmalige Aufsicht von Schülern für Schüler an der Heinrich-von-Brentano-Schule in Hochheim. In den großen Pausen drehen sie in kleinen Gruppen ihre Runden auf dem Pausenhof als Ergänzung zur klassischen Aufsicht, die weiterhin von Lehrern übernommen wird. Acht Zehntklässler haben sich bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen, um ein besseres Klima auf dem Schulhof der Gesamtschule zu schaffen. Ende Januar lernten sie in einem Tagesseminar bei Schulsozialpädagogin Meike Trommer, wie sie sich im Konfliktfall zu verhalten haben. "Wir sollen nie alleine dazwischen gehen", erinnert sich Dirk (17) an die wichtigste Lektion.

Anfangs sei es schwierig gewesen, Respekt zu erhalten, berichtet sein Klassenkamerad Anton. Doch als den Aufsichten die Befugnis erteilt wurde, sich Namen von Störenfrieden zu notieren und an die jeweiligen Klassenlehrer weiterzugeben, wuchs ihre Autorität. Geholfen habe auch, dass sie sich in allen Klassen vorgestellt hätten. "Inzwischen kennen uns viele schon mit Namen", erzählt die 16 Jahre alte Kim. Vor den Wachposten würde sich jedenfalls niemand mehr prügeln.

Die Rückmeldung von den Lehrern sei dagegen noch ein wenig verhalten, sagt die Schulsozialarbeiterin Meike Trommer, die das Projekt gemeinsam mit der Vertrauenslehrerin Anna Maria Müller Ende 2008 angestoßen hat. Die beiden haben beobachtet, dass sich die Gewalt in den Pausen konzentrierte. "Vieles fängt im Spaßkampf an und plötzlich ist der Spaß vorbei", erklärt Trommer. Ihr ist es wichtig, dass die Schüler bei Streitereien nicht länger wegschauen und sich die jüngeren Schüler in der Pause mehr friedlich austoben. Ab Sommer sollen die Aufsichten deshalb Spiele organisieren.

Für die freiwilligen Helfer ist die Aktion ein Zugewinn. Sie bekommen eine Bescheinigung über ihr Engagement zum Abschlusszeugnis dazu und können auch die so genannte Jugendleiterkarte erwerben. Diese wird zum Beispiel verlangt, wenn sie als Betreuer bei Jugendeinrichtungen arbeiten wollen. Anton jedenfalls bereut es nicht, dass seine Pausen für den Job draufgehen: "So ist es besser, als selber rauchen zu gehen wie früher."

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