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Ein Bild von Anna

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Von: Andrea Rost

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Anna von Neufville und ihren Töchtern
Anna von Neufville und ihren Töchtern © Main-Taunus-Kreis

Lange hat Bertold Picard danach gesucht, nun ist der Eppsteiner Stadtarchivar endlich fündig geworden: Er hat ein bisher unbekanntes Foto der Gründerfamilie des Bergparks Villa Anna entdeckt.

Das Bild zeigt Anna von Neufville, geborene Mumm von Schwarzenstein und ihre Töchter Clara und Hilda. Aufgenommen wurde es um das Jahr 1890 herum im Frankfurter Atelier von Arthur Marx. Alfred Andreae von Neufville, mit dem Picard im Zuge seiner Forschungen Kontakt geknüpft hat, hat es in seinen Familienunterlagen gefunden.

Für die Eppsteiner Stadtgeschichte sei das Foto von unschätzbarem Wert, sagt Picard. „Erstmals nach 115 Jahren haben wir jetzt ein Foto von Anna, der Frau des Frankfurter Bankiers Alfred von Neufville, der 1884 den eindrucksvollen Bergpark in Eppstein anlegen ließ.“ Nach Anna ist nicht nur die Villa der Neufvilles, sondern auch der sie umgebende Park benannt.

Picard forscht weiter

Picard forscht zurzeit über den Bergpark und seine Gründerfamilie. Das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte war bereits vor zwei Jahren auf ein Porträt des Bergpark-Gründers Alfred von Neufville aus dem Jahr 1900 gestoßen. Das neu entdeckte Foto von Anna und ihren Kindern sei ein weiterer Mosaikstein in der noch nicht ganz erforschten Geschichte der Familie Neufville in Eppstein, freut sich Picard.

Die Frankfurter Bankiersfamilie ließ ab 1884 ein Anwesen inmitten eines Landschaftsparks auf dem Jähenberg oberhalb des Eppsteiner Stadtbahnhofs errichten. Zunächst nutzten die Neufvilles die Villa als Sommersitz, ab etwa 1893 wohnten sie dauerhaft dort. In Eppstein endete auch das Leben des Ehepaares. Alfred starb 44-jährig im Jahre 1900 kurz nach der Verleihung der Eppsteiner Ehrenbürgerwürde. Anna war bereits 1896 im Alter von 36 Jahren gestorben. Bestattet sind beide im Familiengrab auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.

Hier ruhen auch die 1884 und 1886 in Frankfurt geborenen Töchter Clara und Hilda. Hilda war Mitgründerin des Eppsteiner evangelischen Kindergartens. Aufsehen hatten die Mädchen in Eppstein immer erregt, wenn sie in ihrem von zwei Ziegenböcken gezogenen Wagen herumkutschiert wurden. Der Clara-Hilda-Felsen, ein vom Verschönerungsverein Eppstein betreuter Aussichtspunkt über dem Daisbachtal, erinnert bis heute an die Schwestern.

Bertold Picard arbeitet an einer Veröffentlichung über den Bergpark Villa Anna und dessen Gründerfamilie. Einiges gilt es noch zu ermitteln. Während die Frankfurter Gartendenkmalpflegerin Barbara Vogt vor einiger Zeit herausfand, dass der Frankfurter städtische Gartendirektor Andreas Weber den Park entwarf und nicht Heinrich Siesmayer, wie lange angenommen, ist der Architekt von Villa, Kutscherhaus, Kavaliershaus, Schweizerhaus, Taubenhaus und Neufville-Turm noch unbekannt.

Das nun entdeckte originale Foto von Anna Neufville und ihren Töchtern soll ebenso wie das Porträt Alfred Neufvilles Teil der Bildersammlung des Eppsteiner Stadtarchivs werden. Das Stadt- und Burgmuseum erhält als Geschenk von Alfred Andreae von Neufville außerdem ein becherförmiges Gefäß aus blauem Glas in Silberfassung, das einst Alfred und Anna Neufville gehörte.

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