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Die Zeilsheimer Pestmadonna stammt aus dem Jahr 1668.
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Die Zeilsheimer Pestmadonna stammt aus dem Jahr 1668.

Hofheim

Beten gegen die Pest

Eine Ausstellung im Stadtmuseum erinnert an die „gelobte Wallfahrt“ vor 350 Jahren. Den Menschen im 17. Jahrhundert blieb angesichts des „Schwarzen Todes“ nicht viel mehr als das Hoffen auf göttliche Hilfe.

Von Jöran Haders

Bis heute erinnert die Bergkapelle an eine Seuche, die vor 350 Jahren das Gebiet zwischen Main und Taunus heimgesucht hat. Die Bedrohung der Pest zog damals an Hofheim vorbei. Um Gott für diese Gnade zu danken, bauten die Hofheimer die Kapelle. Eine Ausstellung im Stadtmuseum widmet sich anlässlich des Jubiläums der „gelobten Wallfahrt“.

Den Menschen im 17. Jahrhundert blieb angesichts des „Schwarzen Todes“ nicht viel mehr als das Hoffen auf göttliche Hilfe. Messen und Prozessionen waren ein gängiges Mittel gegen die Pest. Beides trug allerdings eher zur Verbreitung der Krankheit bei. Nachdem die Seuche schon während des Dreißigjährigen Krieges in der Region unzählige Opfer gefordert hatte, brach sie 1666 erneut aus. Diesmal war sie aus den Niederlanden gekommen und erst am Rhein, dann am Main aufwärts gezogen.

Messen und Prozessionen gegen die Seuche

Während die Pest in Flörsheim, Hattersheim, Zeilsheim und anderen Orten wütete, war Hofheim noch verschont geblieben. Pfarrer Antonius Hilf berichtete knapp 200 Jahre später von der Angst der Hofheimer vor der Seuche und von den Bittgängen, die die Menschen unternommen haben, um sich angesichts der tödlichen Gefahr des Beistands Gottes zu versichern: „Am Feste der Himmelfahrt des Herrn Mittags um 12 Uhr führte der damalige Pfarrer Johannes Gleidner, ein geborner Hofheimer, seine Gemeinde in Prozession hinauf durch den mit Reben bepflanzten Abhang nach dem mit uralten Eichen und Buchen dicht bewachsenen Hofheimer Waldberge.“

Die Wallfahrer sangen Bußlieder und beteten, auf dem Berg hielt der Pfarrer eine Predigt und gelobte den Bau einer Kapelle, wenn die Stadt von der Pest verschont bleiben würde. Tatsächlich wurde 1667 die Bergkapelle errichtet – zunächst als Fachwerkgebäude. Das Bauholz kam aus dem städtischen Wald. Das Geld zum Bau kam auf Spendenbasis zusammen, und Handwerker aus dem Ort halfen mit freiwilligen Arbeitsleistungen. Am 29. September wurde die Kapelle zu Ehren Marias und der Pest-Schutzheiligen Rochus und Sebastian geweiht. Der damalige Fachwerkbau wurde 1773 durch die in Stein gebaute und bis heute bestehende Kapelle ersetzt.

Die Ausstellung im Stadtmuseum mit dem Titel „Maria hilf!“ erklärt anschaulich mit Texttafeln, Exponaten und Archivalien die religiösen Hintergründe und Folgeerscheinungen des Kapellenbaus. Im Mittelpunkt der Schau steht die einheimische Bevölkerung. Das Anwachsen der Pilgerströme, die Arbeit der Eremiten und die Forderungen der Gläubigen nach mehr und mehr geistlicher Versorgung in der Kapelle der „Maria auf dem Berg“ – auch wenn dies nicht immer im Sinne der örtlichen Pfarrer war – werden beschrieben; ebenso die Baugeschichte der ersten und zweiten Kapelle.

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