Eschborn

Baumarkt muss Büros weichen

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Frankfurter Projektentwickler wollen auf dem Hellweg-Areal neues Business-Quartier bauen.

Manch einer verwechselt die Bürotürme an der A66 schon mal mit denen des Frankfurter Bankenviertels. Die Hochhäuser, in denen weltweit agierende Unternehmen, darunter auch Deutsche Bank und Deutsche Börse, ihren Sitz haben, stehen aber im Gewerbegebiet Eschborn Süd. Die Bürostadt an der westlichen Frankfurter Stadtgrenze boomt. Erst vor kurzem hat Softwareentwickler SAP seine Deutschland-Zentrale mit 450 Arbeitsplätzen nach Eschborn verlegt. Der 43 Meter hohe Büroturm mit der verspiegelten Glasfassade hat die Adresse Frankfurter Straße 1. Gegenüber steht seit vielen Jahren ein Hellweg-Baumarkt mit Gartencenter, der mittlerweile nicht mehr so recht ins Bild des mondänen Businessviertels passt.

Das haben offenbar auch Investoren festgestellt. Die beiden Frankfurter Unternehmen Art-Invest-Real Estate und OFB Projektentwicklung haben sich zusammengetan und kündigten vor kurzem an, in einem Joint Venture auf dem rund 30 800 Quadratmeter großen Grundstück an der Frankfurter Straße mehrere neue Gebäude errichten zu wollen. Eine Bruttogeschossfläche von 50 000 Quadratmetern soll den Angaben zufolge an dieser Stelle entstehen, die so etwas wie das Entrée nach Eschborn Süd markiert.

Für das neue Quartier sei ein vielfältiger und flexibler Nutzungsmix mit dem Schwerpunkt Büro vorgesehen, teilen die Partner mit. Für die künftigen Mieter solle eine Tiefgarage mit einem neuen Parkhaus zur Verfügung stehen. Mit der Vermarktung der Flächen wollen Art-Invest Real Estate und OFB Projektentwicklung bereits im dritten Quartal 2019 starten. Baubeginn für das erste Teilprojekt könne frühestens Anfang 2020 sein.

Im Eschborner Rathaus liegt bislang noch kein Bauantrag für das neue Quartier vor. Das sagte die Leiterin der Wirtschaftsförderung Dong-Mi Park-Shin auf FR-Anfrage. Eine Änderung des Bebauungsplanes sei für das Projekt nicht nötig.

Unschlüssigkeit, wie man mit der Ankündigung der Frankfurter Projektentwickler umgehen will, herrscht offenbar noch bei der Baumarktkette Hellweg. Aus der Dortmunder Zentrale des Familienunternehmens war keine Information zu bekommen, wie es mit dem Baumarkt am Standort Eschborn weitergeht, wann er schließt und ob ein neuer Markt an anderer Stelle in der Stadt aufmachen wird. Dong-Mi Park-Shin sagte der FR, sie sei mit dem Expansionsleiter von Hellweg dazu „in intensivem Austausch“.

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