1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Taunus-Kreis

Die Barrieren bleiben

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kerstin Klamroth

Kommentare

Einen Aufzug gibt nicht.
Einen Aufzug gibt nicht. © Martin Weis

Beim Lorsbacher Bahnhof gibt es keine Lösung. Die Barrieren für Behinderte und Leute mit Kinderwagen bleiben. Busverbindung und Sammeltaxis als Alternative für sie sind zu teuer.

Rollstuhlfahrer, gehbehinderte Menschen, Mütter mit Kinderwagen oder Reisende mit schwerem Gepäck haben in Lorsbach ihre Mühe: Sie müssen steile Treppen hinunter, bevor sie das Gleis oder den Ausgang erreichen können. Das wird vorerst auch so bleiben.

Nachdem die Stadtverordneten im Dezember 2014 den barrierefreie Umbau des Bahnhofs aus finanziellen Gründen gestrichen hatten, wollten die Freien Wähler (FWG), die den Beschluss damals mitgetragen hatten, nach Lösungen suchen, um die Situation zu verbessern. Der Magistrat sollte Alternativen zum kostenträchtigen Umbau ermitteln und mit der Bahn in Kontakt treten. Die hat es der Hofheimer Stadtverwaltung nun schwarz auf weiß mitgeteilt. Wie der Magistrat in der Antwort auf eine Anfrage der FWG schreibt, sieht die Bahn weder die Chance, eine Schieberampe entlang der Treppen einzubauen („nicht genehmigungsfähig, erhebliche Unfallgefahr“ ) noch einen Treppenlift einzurichten („hohe Anschaffungskosten, zu störanfällig, nur mit Personal zu benutzen“). Kurz: Die Bahn hat dafür kein Geld.

Eine weitere Alternative wäre eine „barrierefreie Reisekette“ gewesen, wie sie sich der Behinderten-Beirat gewünscht hatte. Mit Midi-Bussen (Länge 8 -10 Meter) sollten Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist, zum Hofheimer Bahnhof gebracht werden. Am Wochenende sollten Sammeltaxis zum Einsatz kommen.

Doch auch in diesem Punkt konnte Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) nichts Hoffnungsvolles verkünden: Die Gespräche mit der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft und der Hessischen Landesbahn, die für den Stadtbusverkehr zuständig ist, hätten kein Ergebnis gehabt. „Die HLB teilte mit, dass das Angebot aufgrund fehlender Fahrzeugkapazität in Anbetracht der kurzen Laufzeit nicht wirtschaftlich darstellbar ist“, heißt es in der Mitteilung des Magistrates. Ein Kleinbusunternehmen , das diese Fahrten hätte übernehmen können, konnte nicht gefunden werden. Exner: „ Es ist schwierig, Fahrzeuge zu finden, in denen sowohl Rollstuhlfahrer als auch Eltern mit Kinderwagen transportiert werden können.“

„Faule Kompromisse“ nannte Madlen Overdick (Grüne) diese Bemühungen. Ihre Partei habe sich immer für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs eingesetzt, die Antworten der Bahn seien jedoch gleichlautend mit den früheren Statements. Overdick: „Da geht nichts mehr!“ Der Magistrat soll trotzdem am Ball bleiben, dazu haben ihn die Stadtverordneten nun mehrheitlich aufgefordert.

Auch interessant

Kommentare