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Das Bad Sodener Badehaus wurden 1871 eröffnet. Es war ein wichtiger Meilenstein für das Kurwesen in dem Taunusort.
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Das Bad Sodener Badehaus wurden 1871 eröffnet. Es war ein wichtiger Meilenstein für das Kurwesen in dem Taunusort.

Bad Soden

Wie das Bad Sodener Badehaus zum Kulturzentrum wurde

Eine Ausstellung und ein Buch zeichnen die 150-jährige Geschichte des historischen Gebäudes im Alten Kurpark nach. Mehr als einmal war nicht klar, wie es weitergehen soll.

Die Recherchen, die Kulturamtsleiterin Christiane Schalles rund um die Geschichte des Bad Sodener Badehauses angestellt hat, sind umfangreich. Geschichten, Fotos und Originalzitate aus historischen Quellen füllen ein ganzes Buch, das zum 150-jährigen Bestehen des markanten weißen Gebäudes im Alten Kurpark erschienen ist. Und es gibt eine kleine Ausstellung im Foyer, die die Historie anschaulich nachzeichnet.

Dabei fällt ins Auge, dass das Badehaus anfangs anders aussah als heute: Mit seiner unverputzten Ziegelfassade und dem großen Schornstein im Hintergrund erinnerte es eher an eine Industrieanlage als eine Kureinrichtung. Im Mai 1871 wurde es eingeweiht. Rechts und links des Mitteltrakts mit Wartesaal und Billetausgabe erstreckten sich Seitentrakte mit jeweils zwölf Badekabinetten für Herren und Damen. Wie klein die Räume waren, lässt sich heute noch im Stadtmuseum nachvollziehen, das im rechten Seitentrakt des Badehauses untergebracht ist. Dort steht auch eine Originalwanne aus Eichenholz, umgeben von Bildern berühmter Kurgäste. Und im „Kurzimmer“ wird über Mineralwasserversand, Mineralpastillenproduktion und das Leben zu Kurzeiten informiert.

Dass Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Menschen in das Taunusdorf Bad Soden zur Trink- und später auch Badekur kamen, hatte mit dem Bau der Königsteiner Straße von Höchst nach Königstein zu tun und mit der Taunusbahn, die ab 1849 Frankfurt mit Wiesbaden verband und in Höchst Station machte.

Über einen Abzweig nach Bad Soden war man eine Viertelstunde später im Kurort. Dort erwarteten die Badegäste zunächst nur einfache Bretterbuden mit Badewannen. Das Badehaus, in dessen Eckpavillons es sogar Nobelbäder mit Chaiselonguen gab, stellte einen gewaltigen Fortschritt dar.

Immer mehr Menschen strömten zur Kur nach Bad Soden. „Zunahme des Körpergewichts, gehobenes Allgemeingefühl und größere Leistungsfähigkeit“ wurden dem salzhaltigen Wasser der Bad Sodener Mineralquellen als Wirkung bescheinigt. Um die betuchten Badegäste zu erfreuen, gestaltete der Frankfurter Stadtgärtner Andreas Weber die Umgebung des Badehauses neu. Der Grundstein für den heutigen Alten Kurpark war gelegt. Im Winter 1905/06 wurde das Gebäude um ein Stockwerk erhöht. Das sogenannte medico-mechanische Institut mit Geräten für Heilgymnastik des dänischen Arztes Gustav Zander fand darin ebenso Platz wie ein Röntgeninstitut.

Nach einem Brandbombenangriff im Zweiten Weltkrieg wurde das Badehaus wiederaufgebaut und erlebte einen Höhepunkt in den 1950er und 60er Jahren. Die Eingangshalle wurde neu gestaltet, der große Balkon zum Ruheraum umgebaut. Nach und nach verlagerte sich das Bad Sodener Kurwesen jedoch in das nahe gelegene Medico-Palais. Der Zuschussbedarf für den Kurbetrieb stieg, die Zahl der Kurgäste sank, das Badehaus als Gesundheitseinrichtung hatte ausgedient und verfiel zusehends.

Lange war unklar, was aus dem denkmalgeschützten Bau werden sollte. 1997 entschieden CDU und Freie Wähler, das Badehaus zum Kulturzentrum zu machen. Seither ist der langgestreckte Bau am Fuße des Burgbergs Anlaufstelle für Kunstinteressierte aus der Rhein-Main-Region. Die Stadtgalerie im ersten Stock zeigt mehrmals im Jahr hochkarätige Ausstellungen, im Erdgeschoss sind Museum und Stadtbücherei untergebracht. Im Foyer gibt es Konzerte, Lesungen und Empfänge.

Die Publikation „150 Jahre Badehaus“ kostet 15 Euro. Zu kaufen gibt es sie im Museum und im Bad Sodener Buchhandel. Infos unter: www.bad-soden.de

Seit 1997 finden in dem denkmalgeschützten Gebäude Ausstellungen, Lesungen und Konzerte statt.
Auch medicomechanische Apparate gab es für die Kurgäste.

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