Bad Soden

Bad Sodener Rathaus könnte ins Medico-Palais ziehen

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Frank Blasch (CDU), Bürgermeister in Bad Soden, will Kosten für die Sanierung und den Umbau prüfen lassen.

Bürgermeister Frank Blasch (CDU) macht keinen Hehl daraus: Er würde mitsamt den zwei Dutzend Verwaltungsmitarbeitern, die zurzeit im Rathaus an der Königsteiner Straße ihre Büros haben, am liebsten ins historische Medico-Palais oberhalb der Alten Kurparks umziehen. Auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die im früheren Taunussparkassengebäude in der Königsteiner Straße untergebracht sind, könnten im Medico-Palais unterkommen. Das denkmalgeschützte Jugendstilgebäude wurde vor mehr als hundert Jahren als Burgberginhalatorium gebaut. Es gehört der Stadt und steht aktuell leer. Für den Magistratssitzungssaal könnte ein moderner Anbau errichtet werden, sagte Blasch gestern vor Journalisten.

Hintergrund dieser Überlegungen ist der schlechte bauliche Zustand des Bad Sodener Rathauses. Es stammt aus den 1950er Jahren, war einst als Hotel geplant und hat dringenden Sanierungsbedarf vom Dach bis zum Keller. Die Arbeiten ließen sich nun nicht mehr aufschieben, sagte Blasch. Auch das alte Sparkassengebäude sei marode und müsse saniert werden.

Gleiches gelte zwar für das Medico-Palais, in dem bis Ende vergangenen Jahres mehrere Ärzte ihre Praxen hatten. Würden zwei Standorte der Verwaltung aber dort künftig zusammengezogen, entstehe zusammen mit dem Badehaus und dem Paulinenschlösschen immerhin ein zentraler Verwaltungsstandort.

Bislang sind die Mitarbeiter der Bad Sodener Stadtverwaltung an insgesamt fünf Standorten untergebracht. Einer davon ist das Bürgerhaus in Neuenhain. Daran solle sich auch zunächst nichts ändern, betonte Blasch.

Unter den Fraktionsvorsitzenden herrscht Einigkeit, dass nun in einem nächsten Schritt ein Planungsbüro die Kosten sowohl für die Sanierung von Rathaus und Sparkassengebäude als auch für das Medico-Palais ermittelt, damit ein Vergleich angestellt werden kann. Demnächst soll das Parlament dazu einen Beschluss fassen. Anfang nächsten Jahres könnten sich die Stadtverordneten dann für eine Variante entscheiden.

So lange liegen die Pläne der Stadt auf Eis, das Medico-Palais an einen Investor zu verkaufen, was trotz zweier Bieterverfahren bislang nicht gelungen ist. Sollte die Verwaltung im Medico-Palais unterkommen, würden stattdessen das denkmalgeschützte Rathaus und das alte Sparkassengebäude verkauft, sagte Blasch. Pläne, das sogenannte Rathauscarée als Scharnier zwischen Altstadt, Kurparks und Bahnhof neu zu gestalten, könnten dann realisiert werden. „Momentan ist das eine städtebauliche Wunde“, so Blasch.

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