Bad Soden

Bad Soden: Kultkinobar zeigt wieder Filme

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Bad Sodener Kultkinobar macht nach dem Corona-Lockdown wieder auf. Die ersten Filme laufen ab Donnerstag, 30. Juli. Das Kleinkunstprogramm ist bis auf weiteres gestrichen.

In den Vitrinen hängen noch die Ankündigungsplakate für Filme, die im Bad Sodener Kino kurz vor dem Lockdown gezeigt wurden. Seit Mitte März gibt es keine Vorführungen mehr. „Wir mussten wegen der Corona-Pandemie schließen, so wie alle Kinobetreiber in Deutschland“, sagt Sebastian Nagy. Am Donnerstag, 30. Juli, soll es wieder losgehen. Zwar könnten nur maximal die Hälfte der 96 Plätze besetzt werden, sagt Nagy, „Aber wir wollen dem Bad Sodener Publikum wieder etwas anbieten.“ Tickets müssen die Kinobesucher im Voraus im Internet reservieren. Die Bar im Kinosaal soll vor den Vorstellungen geöffnet sein. Mitarbeiter werden Mundschutz und Handschuhe tragen.

Welcher Film als erstes laufen wird, entscheidet sich Anfang der kommenden Woche. Sebastian Nagy spricht von einem „Soft-Opening“, will sich herantasten an das, was das Publikum aktuell will, Erfahrungen sammeln. Neue Streifen würden von den Filmverleihern zurzeit nicht angeboten, sagt er. „Das Programm wird wohl ein bunter Mix aus Klassikern werden.“

Der 37-Jährige und seine Frau Julia Halbritter betreiben das Bad Sodener Kino seit mittlerweile sieben Jahren. Mehrfach sind sie für ihr Arthouse-Programm ausgezeichnet worden. Die letzten vier Monate ohne jegliche Einnahme hätten sie nur dank der staatlichen Corona-Sonderhilfen überstanden, sagt Sebastian Nagy. „Wir konnten damit die laufenden Kosten und die Miete bezahlen und sind in keine finanzielle Schräglage gerutscht.“

Nach der Wiedereröffnung wollen sie sich in der Kultkinobar erst mal auf den Kinobetrieb konzentrieren. Das Kleinkunstprogramm pausiert. Räumliche Veränderungen seien nötig, wenn auch künftig Kabarettaufführungen vor der Kinoleinwand laufen sollen, so Sebastian Nagy.

Sorgen, das Kino in der Straße zum Quellenpark könnte nach dem Corona-Lockdown womöglich gar nicht mehr aufmachen, hat man sich in den letzten Wochen im Verein Kinokultur Bad Soden gemacht. Der Kontakt zu den Betreibern sei abgerissen, sagte der stellvertretende Vorsitzende Alf Mayer der FR. „Wir wussten nicht, ob und wie es weitergeht.“ Um die kinofreie Zeit zu überbrücken, veranstaltete der Verein Freiluft-Filmabende im Hof des Kinogebäudes. Die beiden ersten Termine waren komplett ausgebucht. Schon seit einiger Zeit organisieren Mayer und seine Mitstreiter Kinoabende, bei denen spanischsprachige Streifen in Originalfassung im Veranstaltungsraum Anno 1928 laufen. „Wir würden gerne enger mit den Betreibern der Kultkinobar zusammenarbeiten, unsere Kontakte und Ressourcen zur Verfügung stellen“, sagt Alf Mayer. „Bislang ist leider keine Kooperation zustande gekommen.“

Das liege wohl auch an den unterschiedlichen Blickwinkeln, sagt Sebastian Nagy: „Auf der einen Seite steht der Verein mit ehrenamtlich engagierten Mitgliedern und auf der anderen Seite der von uns verantwortete Kinobetrieb, der wirtschaftlich laufen muss.“ Der Pachtvertrag, den Sebastian Nagy und Julia Halbritter unterschrieben haben, läuft noch drei Jahre. Gemeinsam mit dem Vermieter wollen sie überlegen, wie sie den Betrieb danach weiterführen. Stolz sind die beiden Cineasten auf jeden Fall auf das, was ihnen seit 2013 gelungen ist. „Wir haben es geschafft, aus einem Kino, das so gut wie pleite war, eines der erfolgreichsten Kinos im Taunus zu machen“, sagt Sebastian Nagy.

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