Bad Soden

Bad Soden: Kosmetikfirma Cosnova soll weiter westlich bauen

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Die Bad Sodener Stadtverordneten haben mehrheitlich für eine Planänderung am Sinai-Gelände gestimmt. Die Fraktion der Grünen und die Bad Sodener Bürger (BSB) sind dagegen.

Die Firmenzentrale des Kosmetikherstellers Cosnova soll von Sulzbach in die Nachbarstadt Bad Soden umziehen. Das möchte die Geschäftsleitung des international agierenden Unternehmens mit mehreren Hundert Mitarbeitern. Und das will die Mehrheit der Bad Sodener Stadtverordneten. Ein Bebauungsplan für das Sinai-Gelände zwischen Limes-spange und Wilhelmshöhe wurde bereits vor zwei Jahren beschlossen. Der Cosnova-Campus soll dort ebenso entstehen wie ein neues Wohngebiet für mehr als 300 Menschen. Weil aber bisher kaum ein Grundstücksbesitzer dafür Flächen an die Hessische Landgesellschaft verkauft hat, kamen die Planungen nicht voran.

Mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP hat das Parlament nun beschlossen, dass die sechs Hektar große Gewerbefläche für die Cosnova-Firmenzentrale nach Westen in Richtung B 8 verschoben wird. Das Wohnbaugebiet soll etwas kleiner ausfallen und teilweise einen Riegel bilden zwischen den Häusern an der Niederhofheimer Straße und der Firmenzentrale. Der Skyline-Blick nach Frankfurt bleibt frei.

Weil nur noch eine Handvoll Grundstückbesitzer involviert sind, hofft Bad Sodens Bürgermeister Frank Blasch (CDU), dass das Bebauungsplanverfahren nun zügig durchgezogen werden kann. In Anbetracht des Siedlungsdruckes in der Stadt und der Finanzlage Bad Sodens sei es richtig, sowohl ein zahlungskräftiges Unternehmen in der Stadt anzusiedeln als auch neue Wohnungen zu bauen, sagte SPD-Sprecher Gerd Elzenheimer im Parlament. Birgit Czinkota (CDU) sprach von einer „eleganten Lösung“. Weil Gewerbe- und Wohngebiet am Stadtrand von Bad Soden lägen, werde der Verkehr schneller abfließen als bei einer innerstädtischen Lösung.

Grüne und BSB dagegen

Die Grünen und die Bad Sodener Bürger (BSB) bezweifeln das. Beide Fraktionen sind grundsätzlich gegen die Bebauung des Sinai-Geländes, das zurzeit landwirtschaftlich genutzt wird und Naherholungsgebiet ist. Wenn jetzt ein Teil des Areals als Wohnbaugebiet ausgewiesen werde, sei zu befürchten, dass das restliche Gebiet langfristig ebenfalls bebaut werde, sagte BSB-Sprecherin Julia Kappel-Gnirs. Abzuwarten sei auch, ob Cosnova am Ende tatsächlich soviel Gewerbesteuer in Bad Soden zahlen werde wie die Stadt erwarte.

Die Grünen hatten Beratungsbedarf angesichts der neuen Pläne für das Sinai-Gelände angemeldet. Sie wollten ihre Mitglieder dazu befragen. Weil der Planungsprozess damit um fast zwei Monate verzögert worden wäre, stimmte die Parlamentsmehrheit einer Verschiebung nicht zu.

Am Ende enthielten sich die Stadtverordneten der Grünen bei der Abstimmung. Mit dem Beschluss im Bad Sodener Parlament, den Bebauungsplan zu ändern, sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen, stellte Grünen-Sprecherin Annelie Koschella fest. Das Bebauungsplanverfahren müsse ohnehin neu aufgerollt werden,

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