Bad Soden

Bad Soden: Geplante Cosnova-Zentrale rückt nach Westen

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Nach Bürgerprotesten soll der Bebauungsplan für das Gewerbe- und Wohngebiet am Sinai geändert werden. Das Bad Sodener Stadtparlament trifft dazu in der kommenden Woche eine Grundsatzbeschluss.

Der international agierende Kosmetikhersteller Cosnova, der zurzeit seine Firmenzentrale in Sulzbach am Taunus hat, will nach Bad Soden umziehen. Seit Jahren wird über eine neue Firmenzentrale für bis zu 1000 Mitarbeiter auf einem sechs Hektar großen Grundstück auf dem sogenannten Sinai-Gelände an der Limesspange diskutiert.

In Sulzbach ist der Platz zu knapp geworden für das rasch wachsende Unternehmen, das aktuell rund 500 Mitarbeiter beschäftigt. Eine andere Fläche kann die Gemeinde Cosnova nicht anbieten. Der Weg nach Bad Soden wäre nicht weit und der Standort mitten im Rhein-Main-Gebiet, nahe an der Autobahn A 66 und am Frankfurter Flughafen ideal.

Doch der Umzug in die Nachbarkommune gestaltet sich schwierig. Eine Bürgerinitiative läuft in Bad Soden seit Jahren Sturm gegen die Pläne, die Acker- und Wiesenflächen zwischen Otfried-Preußler-Schule und Limesspange zu bebauen.

Der Bebauungsplanvorentwurf, den das Parlament 2018 beschlossen hat, sieht nicht nur die Ansiedlung von Cosnova vor, sondern auch ein neues Wohngebiet für rund 600 Menschen auf einer ebenfalls sechs Hektar großen Fläche. Die Bürgerinitiative befürchtet deutlich mehr Verkehr für die dortigen Anwohner und will den Verlust der als Naherholungsgebiet genutzten landwirtschaftlichen Flächen unbedingt verhindern.

Ein weiterer Hemmschuh, die Wohnbau- und Gewerbegebiete Sinai II und III zügig zu entwickeln, ist die Tatsache, dass die Flächen insgesamt 30 Eigentümern gehören. Lediglich einer habe bisher sein Grundstück an die von der Stadt mit der Umlegung beauftragte Hessische Landgesellschaft verkauft.

„Wir sind Ende vergangenen Jahres zu dem Schluss gekommen, dass das Verfahren, wie wir es geplant hatten, womöglich noch Jahre dauern würde“, sagte Bad Sodens Bürgermeister Frank Blasch (CDU) gestern vor Journalisten. So lange können man Cosnova nicht warten lassen.

Außerdem hätten Bürger in der frühzeitigen Beteiligung des Bebauungsplanverfahrens kritisiert, dass der geplante Firmencampus direkt an das Wohngebiet Hübenbusch anschließe und die bis zu viergeschossigen Bürogebäude die Sichtachse in Richtung Frankfurter Skyline verbauten. Auch die klare Anbindung der aus Nordosten kommenden Regionalparkroute in Richtung Main-Taunus-Zentrum werde durch die neue Bebauung erschwert.

Freier Blick auf Frankfurt

Die Stadt habe deshalb eine neue Entwicklungsstudie für die noch unbebauten Teile des Sinai-Geländes erstellen lassen, berichtete Frank Blasch. Die Pläne sehen einen Flächentausch vor: Die Gewerbefläche, auf der Cosnova seine Firmenzentrale bauen möchte, soll nach Westen an die Bundesstraße B8 verschoben werden. Das geplante neue Wohngebiet wird in zwei Teile gesplittet: Eine Häuserzeile soll im Süden direkt an das Wohngebiet Wilhelmshöhe anschließen und damit oberhalb des geplanten Cosnova-Campus liegen; der zweite Teil des Wohngebietes soll unterhalb der Otfried-Preußler-Schule entstehen. Die landwirtschaftlichen Flächen, die in der Flurkarte „Schwalbenlach“ heißen, blieben unangetastet, der freie Blick nach Frankfurt bliebe erhalten.

Am Mittwoch nächster Woche soll das Bad Sodener Parlament zu dieser Planänderung einen Grundsatzbeschluss fassen. Danach muss ein Antrag auf Abweichung vom Regionalplan und auf Änderung des regionalen Flächennutzungsplans gestellt werden. Blasch hält das für unproblematisch. Und er ist optimistisch, dass die nötigen Flächen zügig gekauft werden können, weil nun mit deutlich weniger Eigentümern verhandelt werden muss. Ziel sei es, das Bebauungsplanverfahren für Sinai II und II bis Ende 2021 abzuschließen.

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